Guten Morgen!
Das war sie also, die erste Nacht in meiner neuen Wahlheimat für die nächsten 5 Monate: Trondheim. Aber von vorne.
Gestern morgen um 9.30h ging sie also los, die lange erwartete Reise in den hohen Norden. Ich bestieg den Flieger mit gemischten Gefühlen. Einerseits freue ich mich natürlich auf die Herausforderung, auf viele neue Freunde, auf den Sprachkurs und ja, sogar auf die Uni. Andererseits wäre es mir wohler, wenn ich Aussicht auf eine Unterkunft hätte. Nur ein paar klitzekleine Quadratmeter. Am besten für unter 600 Euro. Und natürlich würde ich Jannic und meine ganze Familie am liebsten in meinen Koffer packen und einfach mitnehmen. Aber dann wäre ja auch irgendwie der Sinn des ganzen Auslandssemesters dahin. Also, Kopf hoch und positiv denken. Niemand wird hier unter der Brücke schlafen müssen.
Nach einem ruhigen Flug landen wir in Oslo. Hier müssen wir unser Gepäck abholen und durch den Zoll gehen. Da wir nichts zu verzollen haben, wählen wir den grünen Ausgang. Dann müssen wir unser Gepäck wieder aufgeben und erneut durch die Sicherheitskontrolle. Im Gegensatz zu Köln, wo ich gefühlt an jeder Stelle meines Körpers gepiept habe, bleibt der Metalldetektor hier ruhig. Und auch Flüssigkeiten im Handgepäck scheinen erlaubt. Sehr beruhigend... :) Die eigentlich 20 Minuten bis zum Boarding verbringen wir damit durch den kompletten Flughafen zu allerletzten Gate zu laufen. Macht aber nichts, denn die Crew für unseren Flug ist eh noch woanders unterwegs und kommt erst mit einiger Verspätung an. Am Schluss sind es fast 50 Minuten Verspätung mit der unser Flug startet. Aber wir haben es ja nicht eilig. Schließlich haben wir 5 Monate Zeit.
In Trondheim angekommen geht es mit dem Flughafenbus praktischerweise direkt vor unser Hostel. Dort angekommen ist die Begrüßung sehr freundlich und uns werden zwei Betten zugewiesen. Man sollte wissen, dass das Studentersamfundent, das Gebäude in dem das Hostel untergebracht ist, normalerweise für Parties genutzt wird. Und die stelle ich mir hier auch wirklich toll vor. Als Hostel erinnert es jedoch ein bisschen an Kaserne oder noch eher an ein Kriegslazarett mit 30 rostigen Betten in einem Raum, auf denen ein Stück Schaumstoff als Matratze liegt.. An der Decke sind Scheinwerfer und an dem einen Ende des Raums ist eine Bühne. Wenn hier mal niemand schläft und sich dadurch gestört fühlt, mache ich mal ein paar Fotos.
Ein Foto, dass ich euch jetzt schon zeigen kann, ist von der Dusche. Ich lass es wohl mal besser unkommentiert.
Den Rest des Tages haben wir gestern damit verbracht irgendwie planlos durch Trondheim zu laufen. Eigentlich wollten wir Nils Wohnheim finden, was uns aber nicht gelungen ist, da unser Stadtplan aus dem Hostel nur den Innenstadtbereich abdeckt. Aber wir haben den Unicampus gefunden und das Stadion von Rosenborg Trondheim. :) Und uns dann einfach da mit Nils getroffen. Danach waren wir noch in der Stadt und haben im Supermarkt Brot, Brotbelag und Wasser gekauft, und uns ein schönes Plätzchen zum Abendessen gesucht. Für ein Brot, einmal Schinken, einmal Fleischwurst und zwei so Salate für aufs Brot (Bacon&Egg und irgendwas komisches) und 3 Flaschen Wasser haben wir umgerechnet 20 Euro bezahlt. Aber umrechnen ist ja eh schlecht. Außerdem ist auch noch was übrig geblieben für heute. Auf dem Foto seht ihr unseren Ausblick beim Picknick. Ist das nicht schön?
Ja... Und dann war Abend. Noch kurz im Hostel Facebook und E-Mails gecheckt und dann auf dem eigenen Laken, im eigenen Schlafsack mit eigenem Kissen doch erstaunlich gut geschlafen. Erst um halb zehn heute morgen sind wir aufgestanden, um noch einen Blick auf das Frühstück zu werfen, von dem wir uns nicht allzuviel erwarteten. Aller Skepsis zum Trotz, kann man gegen das Frühstück jedoch nicht viel sagen. Es gab Brot, Wurst, Käse, Marmelade, Nutella, Butter, Gurke, Paprika und verschiedene Sorten Müsli. Dazu Kaffee, Tee, Wasser und Apfelsaft. Ach ja. Und so eine wässriges Zeug mit einer leicht weißlichen Farbe das angeblich Milch sein sollte. Vielleicht war es das ja zumindest mal gewesen. Irgendwann... als noch Fett drin war... Nur so zum Vergleich: "Lett" Milch hat 1% Fett, die vom Frühstück war "Extra Lett". Ah ja...
Joa.. Und dann sind wir mit der Erzählung im Jetzt angekommen. Im Moment liege ich auf dem Bett und schreibe wirres Zeug und Tim ist beim Sprachkurs. Eigentlich wollte ich ja mit zur Uni, aber nach dem Duschen habe ich noch nasse Haare und im Waschraum gibt es keine Steckdose und hier im Schlafsaal schlafen noch Leute. Also nutze ich die Zeit zum Bloggen und warte, dass meine Haare von alleine trocknen. :) Dann gehts aber raus. Umgebung weiter erforschen und nach Aushängen für Wohnungen suchen.
In diesem Sinne, haltet die Ohren steif und genießt das schöne Wetter bei euch, hier ist es stark bewölkt bei 15°C.
Eure Annika
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