Guten Morgen ihr fleißigen Leser und einen besinnlichen dritten Advent!
Ich bin es schon wieder, aber ich sagte ja: Freizeitstress. :) Nachdem wir zu Beginn der Woche eher einen gemütlichen Ausflug nach Røros gemacht hatten, musste zum Abschluss nochmal was richtig norwegisches her. Was bietet sich da besser an als ein Cabin Trip?
Auf grund der Temperaturen und der Schneelage entschieden wir uns für ein leichtes Ziel, dass mit 6 km Entfernung zur Bushaltestelle gut zu finden und gut erreichbar an einer kleinen Straße lag. Mehr trauten wir uns ohne Ski und bei nur fünf Stunden Tageslicht einfach nicht zu.
Früh morgens brachen wir hier im Studentendorf bei -11°C mit dem Bus auf, damit wir das wenige Tageslicht optimal nutzen konnten. Nach einer relativ langen Busfahrt wurden wir gegen 10.40h irgendwo im Nirgendwo rausgelassen. Entgegen unserer Befürchtungen lag gar nicht so viel Schnee und der Weg zur Hütte war gut begehbar. Für Skier wäre es wohl sogar zu wenig gewesen.
In etwa anderthalb Stunden schafften wir den unter der Schneeschicht ziemlich vereisten Weg zur Hütte und durch die Bewegung war uns allen auch schön warm, als wir ankamen.
Die Hütte war wirklich schön und groß. Insgesamt gab es Schlafgelegenheiten für 20 Personen. Als erstes machten wir uns daran, den Ofen in der Hütte und in der Sauna anzuheizen und Wasser zu holen. Beim Wasserholen stießen wir dann auf die ersten Schwierigkeiten, da der Fluss neben der Hütte komplett zugefroren war. Aber mit Axt bewaffnet schlugen die Herren ein Loch in die Eisschicht, um festzustellen, dass auch darunter kein flüßiges Wasser mehr zu finden war. Aus diesem Grund packten wir das herausgeschlagenen Eis in die Eimer und trugen sie zum Auftauen in die Hütte.
Hier offenbarte sich aber schon das nächste Problem. Eine so große Hütte mit einem kleinen Ofen von -10°C auf eine erträgliche Temperatur zu heizen, dauert einfach. Und zwar ziemlich lange. Nach einer Weile waren wir vom Sitzen in der eisigen Cabin so durchgefroren, dass 6 von uns 8 sich entschieden noch einen kleinen Spaziergang zu dem nahegelegenen See zu machen. Die anderen beiden erklärten sich bereit den Ofen weiter anzuheizen und verzogen sich dann mit voller Montur in die Sauna. Der Saunaraum war einfach viel kleiner und der Ofen stärker, so dass es hier zum Glück schon nach kurzer Zeit angenehmere Temperaturen herrschten.
Der Spaziergang zum See war dann sehr schön und taute die eisigen Füße wieder auf. Der See selbst war auch komplett zugefrohren, so dass wir mitten auf dem See stehen und die schöne Landschaft bewundern konnten. Nach unserer Rückkehr merkten wir, dass wir wohl noch mehr Geduld brauchen würden, bis es schon kuschelig ist. Mit Skihose, Winterjacke, Mütze, Handschuhen und 3-5 Paar Socken (auf dem Boden konnte man auf Socken nicht stehen!) bekleidet, fingen wir trotzdem an das Abendessen vorzubereiten und Kartoffeln zu schälen und Möhren zu schneiden. Wem zu kalt wurde, der flüchtete sich für ein paar Minuten in die Sauna, in der inzwischen ca. 40°C herrschten. Eine nette Abwechslung zu den knappen 0°C in der Hütte.
Unser Ziel war es, dass man beim Abendessen seinen eigenen Atem nicht mehr sieht. Und das gelang dann auch. Diejenigen, die in der Nähe zum Ofen saßen konnten etwa 4 Stunden nach unserer Ankunft die Jacke ausziehen und im Laufe des Abends erreichten wir dann wohl angenehme 20°C. Wie viel Holz wir dabei verfeuerten, darüber denken wir wohl besser gar nicht nach. Und hier in Norwegen gibt es ja auch genug davon.
Zum Abendesssen gab es eine wirklich leckere Kartoffelsuppe mit Würstchen. Das war bei dem Wetter auch genau das richtige. Nach dem Essen waren wir dann wirklich in der Sauna. Also so ohne Skihose und Mütze. Auf dem Weg dorthin konnten wir einen wunderschönen Sternenhimmel betrachten, was schon ein bisschen merkwürdig war, hatten wir doch gerade einmal 17.30h. Den langen Abend verbrachten wir dann gemütlich mit Klavier spielen (einen Ton spielen, 3 Töne hören), Singen und zum Wärmen von innen ein bisschen Alkohol.
Um zu verhindern, dass wir in der Nacht unsere mühsam erheizten Temperaturen wieder gänzlich verlieren, richteten wir eine stündliche Feuerwache ein. Das dies nicht ganz funktionieren sollte, mussten im Laufe der Nacht diejenigen herausfinden, die vor einem quasi erloschenen Ofen saßen und sich fragten, wer denn in der Stunde zuvor seinen Wecker überhört hatte. Trotzdem kamen wir warm durch die Nacht.
Nach dem Frühstück am nächsten Morgen hieß es dann Holz hacken (schließlich hatten wir genug verbraucht) und aufräumen und um kurz nach 11 machten wir uns auf den Heimweg. Um nicht in der Wildniss festzusitzen, mussten wir den Bus um kurz nach 13 Uhr bekommen. Das gelang uns auch ganz locker und beim Warten an der Haltestelle bekamen wir dann zum Abschluss auch noch ein Rentier zu sehen. Zwar kein Elch, wie wir es uns eigentlich gewünscht hatten aber ein Rentier war auch schon ziemlich cool. :)
Und dann waren wir wieder zu Hause von unserem letzten Ausflug hier im hohen Norden, denn wenn ihr mal in den Kalender guckt, dann sitze ich nächste Woche um diese Zeit schon im Flieger nach Oslo. Da ich eine der letzten bin, die nach Hause fliegt, folgt jetzt eine Woche voller Abschiede, und "letzten Male". Letztes Mal gemeinsam Kochen, letzes Mal anziehen wie ein Polarforscher nur um nach der Wäsche zu schauen, letztes Mal über die Preise bei Rema ärgern, letztes Mal die Lieblingsorte besuchen. Zum Schluss dann versuchen all die Dinge, die sich in einem halben Jahr angesammelt habe, in die Koffer zu bekommen, putzen, Schlüssel abgeben und in den Flybuss steigen und dann? Dann bin ich wieder in Deutschland und kann mit euch Weihnachten feiern! Und euch alles erzählen, was ich hier nicht aufgeschrieben habe und all die Fotos zeigen, die ich hier nicht hochgeladen habe. Ich bedanke mich bei allen, die hier fleißig mitgelesen haben und hoffe, ich konnte euch ein bisschen an meinem Leben hier in Trondheim teilhaben lassen!
Jeg gleder meg til å se dere igjen!
Und für alle, dich ich nicht persönlich sehe: God jul og godt nyttår!
Annika
Annika i Norge
Das Wintersemester 2012 werde ich in Trondheim verbringen. Wie es mir dabei ergeht, möchte ich mit allen Interessierten in diesem Blog teilen. Viel Spaß!
Sonntag, 16. Dezember 2012
Donnerstag, 13. Dezember 2012
Velkommen til Norges Verdensarv
Hallo ihr Lieben!
So ein bisschen geht uns hier die Zeit aus für all die Dinge, die wir doch noch ach so gerne tun wollen und die sich bestimmt und unbedingt lohnen würden. Aus diesem Grund hat sich diese Woche der Klausurenstress (JAAAAAAAAAAAAA- endlich fertig!) in Freizeitstress verwandelt. Kaum war der letzte Satz auf das Klausurblatt geschrieben, packten wir also unsere sieben Sachen in unsere Rucksäcke und fuhren nach Røros. Wo das ist und was wir da wollten? Wussten wir auch nicht so genau. Wo es ist, ließ sich aber leicht raus finden. Røros liegt ca. 150km süd-östlich von Trondheim nahe der schwedischen Grenze und von Trondheim aus fährt ein Bus dorthin. Was wir da wollten, mussten wir erst noch rausfinden, aber mehrere Norweger hatten von der 5600 Einwohner Stadt, die übrigens die kälteste in ganz Norwegen ist, geschwärmt und uns einen Besuch dort ans Herz gelegt.
Früh morgens stiegen wir also in den Bus und gut 3 Stunden später waren wir da. Und ja, es war wirklich kalt. Sehr kalt. Angesagt waren -20°C, die wir wohl nicht ganz erreichten, aber es reichte auch so. :)
Nach der Ankunft brachten wir erstmal unser Gepäck ins Hotel, in dem wir uns aus Kostengründen zu fünft ein 4-Bettzimmer mit Schlafcouch teilten. Dann zogen wir so ungefähr jedes Kleidungsstück an, das wir in unseren Taschen fanden und stiefelten durch den Schnee los in die Stadt.
Natürlich hatten wir uns inzwischen längst informiert und wussten, dass Norwegens einzige Bergbaustadt aufgrund der wundervollen, farbenfrohen und alten Holzhäuser auf der UNESCO Weltkulturerbeliste (Verdensarvliste) steht und das zu Recht, wie wir nach kurzer Zeit festellen konnten.
Im Stadtkern von Røros gibt es zwei parallel verlaufende Straßen, die den Berg hinaufführen. Diese beiden Straßen sind von den oben erwähnten Holzhäusern gesäumt und wirklich wunderschön. In den Häusern befinden sich neben Wohnungen Geschäfte, Cafés, Restaurants und Gallerien. An vielen Stellen kann man in kleine Hinterhöfe hineingehen und Kunsthandwerk bestaunen oder einfach die Hinterhöfe selbst.
Oben auf dem Berg thront die Kirche von Røros. Ein imposantes Bauwerk und gefühlt das einzige aus Stein weit und breit. Von der Kirche aus, die wir leider nicht von innen bestaunen konnten, da wir irgendwie außerhalb der Hauptsaison hier waren, erreicht man die ehemalige Smelthytta und Reste von Grubenanlagen, die heute als Museum dienen.
So schnell, wie ich euch hier Røros beschrieben habe, ist man im Grunde auch durch gelaufen, aber es lohnt sich wirklich. Und man muss sich die Zeit nehmen, alles genau anzuschauen und die liebevoll dekorierten Geschäfte zu besuchen. Bei fünf Stunden Tageslicht und -15°C Außentemperatur ist die Zeit, die man draußen verbringen möchte eh ziemlich begrenzt. Ich zeig euch, wie immer, ein paar Fotos, damit ihr euch das ganze besser vorstellen könnt:
Schön, oder? Immer wenn es uns zu kalt wurde, sind wir nach drinnen geflüchtet und haben einen Kaffee getrunken und später dann auch was gegessen. Den Abend haben wir gemütlich mit Filmen, Bier und Chips auf dem Zimmer verbracht. Am nächsten Morgen gab es dann Frühstück im Hotel und danach sind wir gegen Mittag entspannt nochmal in die Stadt aufgebrochen, wo wir ein paar schöne Weihnachtsgeschenke erstanden, auf Grund des tollen Wetters noch einige tolle Fotos machen konnten und uns zum Schluss noch das Rørosmuseum in der alten Schmelzhütte anschauten.
Danach ging es mit dem Bus zurück nach Trondheim. Was ein schöner Ausflug.
Und da es morgen zu unserem wirklich allerletzten Ausflug, einer letzten Hüttentour, geht, muss ich jetzt mal schnell schlafen, sonst gibt das nichts. Man muss hier wirklich früh auftsehen, wenn man bei Tageslicht irgendwo ankommen will...Sonnenuntergang Morgen: 14.31h.
Gute Nacht!
Annika
So ein bisschen geht uns hier die Zeit aus für all die Dinge, die wir doch noch ach so gerne tun wollen und die sich bestimmt und unbedingt lohnen würden. Aus diesem Grund hat sich diese Woche der Klausurenstress (JAAAAAAAAAAAAA- endlich fertig!) in Freizeitstress verwandelt. Kaum war der letzte Satz auf das Klausurblatt geschrieben, packten wir also unsere sieben Sachen in unsere Rucksäcke und fuhren nach Røros. Wo das ist und was wir da wollten? Wussten wir auch nicht so genau. Wo es ist, ließ sich aber leicht raus finden. Røros liegt ca. 150km süd-östlich von Trondheim nahe der schwedischen Grenze und von Trondheim aus fährt ein Bus dorthin. Was wir da wollten, mussten wir erst noch rausfinden, aber mehrere Norweger hatten von der 5600 Einwohner Stadt, die übrigens die kälteste in ganz Norwegen ist, geschwärmt und uns einen Besuch dort ans Herz gelegt.
Früh morgens stiegen wir also in den Bus und gut 3 Stunden später waren wir da. Und ja, es war wirklich kalt. Sehr kalt. Angesagt waren -20°C, die wir wohl nicht ganz erreichten, aber es reichte auch so. :)
Nach der Ankunft brachten wir erstmal unser Gepäck ins Hotel, in dem wir uns aus Kostengründen zu fünft ein 4-Bettzimmer mit Schlafcouch teilten. Dann zogen wir so ungefähr jedes Kleidungsstück an, das wir in unseren Taschen fanden und stiefelten durch den Schnee los in die Stadt.
Natürlich hatten wir uns inzwischen längst informiert und wussten, dass Norwegens einzige Bergbaustadt aufgrund der wundervollen, farbenfrohen und alten Holzhäuser auf der UNESCO Weltkulturerbeliste (Verdensarvliste) steht und das zu Recht, wie wir nach kurzer Zeit festellen konnten.
Im Stadtkern von Røros gibt es zwei parallel verlaufende Straßen, die den Berg hinaufführen. Diese beiden Straßen sind von den oben erwähnten Holzhäusern gesäumt und wirklich wunderschön. In den Häusern befinden sich neben Wohnungen Geschäfte, Cafés, Restaurants und Gallerien. An vielen Stellen kann man in kleine Hinterhöfe hineingehen und Kunsthandwerk bestaunen oder einfach die Hinterhöfe selbst.
Oben auf dem Berg thront die Kirche von Røros. Ein imposantes Bauwerk und gefühlt das einzige aus Stein weit und breit. Von der Kirche aus, die wir leider nicht von innen bestaunen konnten, da wir irgendwie außerhalb der Hauptsaison hier waren, erreicht man die ehemalige Smelthytta und Reste von Grubenanlagen, die heute als Museum dienen.
So schnell, wie ich euch hier Røros beschrieben habe, ist man im Grunde auch durch gelaufen, aber es lohnt sich wirklich. Und man muss sich die Zeit nehmen, alles genau anzuschauen und die liebevoll dekorierten Geschäfte zu besuchen. Bei fünf Stunden Tageslicht und -15°C Außentemperatur ist die Zeit, die man draußen verbringen möchte eh ziemlich begrenzt. Ich zeig euch, wie immer, ein paar Fotos, damit ihr euch das ganze besser vorstellen könnt:
Schön, oder? Immer wenn es uns zu kalt wurde, sind wir nach drinnen geflüchtet und haben einen Kaffee getrunken und später dann auch was gegessen. Den Abend haben wir gemütlich mit Filmen, Bier und Chips auf dem Zimmer verbracht. Am nächsten Morgen gab es dann Frühstück im Hotel und danach sind wir gegen Mittag entspannt nochmal in die Stadt aufgebrochen, wo wir ein paar schöne Weihnachtsgeschenke erstanden, auf Grund des tollen Wetters noch einige tolle Fotos machen konnten und uns zum Schluss noch das Rørosmuseum in der alten Schmelzhütte anschauten.
Danach ging es mit dem Bus zurück nach Trondheim. Was ein schöner Ausflug.
Und da es morgen zu unserem wirklich allerletzten Ausflug, einer letzten Hüttentour, geht, muss ich jetzt mal schnell schlafen, sonst gibt das nichts. Man muss hier wirklich früh auftsehen, wenn man bei Tageslicht irgendwo ankommen will...Sonnenuntergang Morgen: 14.31h.
Gute Nacht!
Annika
Mittwoch, 28. November 2012
Zieeeeeeeeeeeeehhhhhhhhhhhhhhhhhh!
Viele Seiten von Norwegen haben wir nun schon gesehen, viele (kleinere) Gipfel erklommen, einsame Hütten gesucht und gefunden und uns beinahe an die Preise gewöhnt. Ein Punkt auf unsere ToDo-Liste war bisher allerdings noch offen: Wintersport. Wer in einer Wintersportnation wie Norwegen ist, muss sicherlich zwei Dinge tun:
Geplant war der Ausflug schon ein paar Wochen, das Auto für die 360km und die Hütte für die Übernachtung waren gebucht und die Freude groß. Da in der letzten Uniwoche aber noch einiges anstand und einige von uns bis kurz vor der Abreise noch an verschiedenen Projekten arbeiten mussten, wurde es dann am Ende doch noch mal ein wenig chaotisch. Rechtzeitig waren dann doch die Adressen rausgesucht, der Routenplaner gedruckt und das Auto abgeholt.
Das Auto haben wir bei Sixt gemietet, die hier in Trondheim für Mitglieder des NTNUI (Hochschulsport) extrem günstige Konditionen anbieten. Da wir zu fünft waren und doch eine ordentliche Strecke vor uns hatten, haben wir uns mal was gegönnt und nicht das kleinste Auto bestellt. Geplant war etwas in der Größe eines Ford Mondeo. Der quietschorange Ford Kuga, den wir dann bekamen, war dann nochmal eine Nummer besser und ließ die Vorfreude nochmal steigen. Ich zeig ihn euch mal:
Als Diesel mit 6-Gang Getriebe ließ der Gute sich echt prima fahren. Zu gerne hätte jeder von uns mal richtig aufs Gas gedrückt, um zu sehen was denn tatsächlich in ihm steckt, aber das Norwegen nicht Deutschland ist und die E6 eben nicht mehr als eine Landstraße, mussten wir ziemlich schnell erkennen. In Deutschland hätte man für die 360km wahrscheinlich 3 Stunden eingeplant, aber da darf man ja auch schnell fahren und es gibt Autobahnen. Hier gibt es die E6. Das macht die Wegfindung ziemlich einfach. Wo es nur eine Straße gibt, kann man sich auch nicht verfahren. Und so sind wir Samstagnacht um 4.30h in Moholt vom Parplatz gefahren und waren 6 Stunden später in Lillehammer. Dabei haben wir uns natürlich immer brav an jede noch so sinnlose Geschwindigkeitsbegrenzung gehalten. Denn den Bußgeldbescheid, den es hier für nur 6km/h zu viel gibt, würden wir wohl noch in ein paar Jahren abbezahlen. :)
In Lillehammer angekommen, fuhren wir direkt zur Hoppanlegg (Skisprunganlage) im Olympiapark. Leider waren wir für das Springen der Nordischen Kombinierer schon zu spät, aber wir konnten direkt in den Shuttlebus einsteigen, der uns nach Sjusjøen zum Langlauf der Kombinierer brachte. Hier lag dann im Gegensatz zu Lillehammer tatsächlich auch Schnee, obwohl wir nur 20 Minuten gefahren waren.
Leider war der Rückstand der Deutschen nach dem Springen schon zu groß um noch in den Kampf um die ersten Plätze einzugreifen, aber vor allem Björn Kircheisen lieferte ein schnelles Rennen über die 10km ab und wurde am Ende 13ter. Es gewann unter dem Jubel der Norweger Magnus Moan, ein Trondheimer. :)
Nach dem Ende des Rennens fuhren wir mit dem Bus zurück zur Skisprungschanze (Lysgårdsbakken), wo kurz darauf der Wettbewerb der Frauen mit dem ersten Durchgang begann. Danach folgte direkt der erste Durchgang der Männer, an dessen Ende Neuling Andreas Wellinger aus Deutschland überraschend in Führung lag. Severin Freund lag auf einem aussichtsreichen dritten Platz.
Uns als deutsche Hardcore-Fans hat das natürlich gefreut. :) Und da es ziemlich leer war im Stadion und außer uns keine deutschen Fans erkennbar waren und wir außerdem so schön "Zzzziiiiiiiiieeeeeeeehhhhhhhhh" schreien konnten, wurden wir bald zum Lieblingsmotiv der Fernsehkameras sobald ein deutscher Springer an der Reihe war. Also schwenkten wir unsere Fahne und jubelten und erfreuten so unsere Lieben zu Hause vor dem Fernseher mit Bildern von uns.
Dass am Ende des zweiten Durchgangs Severin Freund ganz oben auf dem Treppchen stand und Andreas Wellinger einen überragenden fünften Platz belegte, war der krönende Abschluss unseres Wintersporterlebnisses.
Nach dem Ende der Wettbewerbe mussten wir ca. 15km zur der Hütte fahren, in der wir über Nacht bleiben wollten. Die Hütte lag sehr schön in einer Anlage mit Hotel, Campingplatz und einer Reihe weiterer Hütten und war gemütlich und gut ausgestattet.
Vor dem warmen Kamin aßen wir zu Abend und ließen den schönen Tag in Ruhe ausklingen. Da wir alle ziemlich erschöpft waren von dem langen Tag, fielen wir später müde aber zufrieden in unsere Betten.
Am nächsten Morgen nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns nochmal auf den Weg nach Lillehammer. Wir entschieden uns aber gegen das Springen auf der Großschanze am Nachmittag, da ja noch 6 Stunden Heimfahrt vor uns lagen.
Stattdessen besuchten wir das Olympiamuseum. Das Museum war wirklich liebevoll zusammengestellt und informierte über alle bisherigen Olympischen Sommer- und Winterspiele. Zu jeden Spielen gab es Medaillien, Kleidung und andere Erinnerungsstücke zu bestaunen.
Zum Schluss gab es noch eine Sonderausstellung speziell über die Spiele in Lillehammer, bei denen z.B. Dieter Thoma, Jens Weißflog, Christoph Duffner und Hansjörg Jäkle im Teamwettbewerb Gold holten. Das waren noch Zeiten... (Ich war noch im Kindergarten...)
Nach dem Museumsbesuch war es dann aber wirklich an der Zeit die Heimreise anzutreten. Nach knapp 6 Stunden, ziemlichen Temperaturschwankungen auf der Fahrt (im Dovrefjell waren es zum Teil -11°C, in Lillehammer und Trondheim -1°C) und schöner Landschaft, die wir auf der Hinfahrt wegen der Dunkelheit nicht bestaunen konnten, waren wir gegen 19h zurück in Trondheim.
Dank der umfangreichen Berichterstattung ALLER norwegischen Radiosender wussten wir dann auch bestens Bescheid über das packende Pokalfinale zwischen Tromsø und Hødd, das Hødd im Elfmeterschießen als Zweitligist gewann. Schade nur, dass wir nichtmal wissen wo Hødd liegt und es uns auch ziemlich egal ist und wir eigentlich nur Musik hören wollten. :)
Nach dem tollen Wochenende ging es dann mit Lernen los, da nächsten Montag die erste Klausur ansteht. Also war ich jetzt schon zwei Tage im "lesesal" an der Uni und habe gelernt. Leider gehen so die Tage noch schneller vorbei... Dabei haben wir doch noch so viel vor!
... Davon erzähl ich euch aber beim nächsten Mal.
Gute Nacht!
Annika
- Selbst Wintersport betreiben
- Leuten, die es wirklich können, dabei zusehen.
Geplant war der Ausflug schon ein paar Wochen, das Auto für die 360km und die Hütte für die Übernachtung waren gebucht und die Freude groß. Da in der letzten Uniwoche aber noch einiges anstand und einige von uns bis kurz vor der Abreise noch an verschiedenen Projekten arbeiten mussten, wurde es dann am Ende doch noch mal ein wenig chaotisch. Rechtzeitig waren dann doch die Adressen rausgesucht, der Routenplaner gedruckt und das Auto abgeholt.
Das Auto haben wir bei Sixt gemietet, die hier in Trondheim für Mitglieder des NTNUI (Hochschulsport) extrem günstige Konditionen anbieten. Da wir zu fünft waren und doch eine ordentliche Strecke vor uns hatten, haben wir uns mal was gegönnt und nicht das kleinste Auto bestellt. Geplant war etwas in der Größe eines Ford Mondeo. Der quietschorange Ford Kuga, den wir dann bekamen, war dann nochmal eine Nummer besser und ließ die Vorfreude nochmal steigen. Ich zeig ihn euch mal:
Als Diesel mit 6-Gang Getriebe ließ der Gute sich echt prima fahren. Zu gerne hätte jeder von uns mal richtig aufs Gas gedrückt, um zu sehen was denn tatsächlich in ihm steckt, aber das Norwegen nicht Deutschland ist und die E6 eben nicht mehr als eine Landstraße, mussten wir ziemlich schnell erkennen. In Deutschland hätte man für die 360km wahrscheinlich 3 Stunden eingeplant, aber da darf man ja auch schnell fahren und es gibt Autobahnen. Hier gibt es die E6. Das macht die Wegfindung ziemlich einfach. Wo es nur eine Straße gibt, kann man sich auch nicht verfahren. Und so sind wir Samstagnacht um 4.30h in Moholt vom Parplatz gefahren und waren 6 Stunden später in Lillehammer. Dabei haben wir uns natürlich immer brav an jede noch so sinnlose Geschwindigkeitsbegrenzung gehalten. Denn den Bußgeldbescheid, den es hier für nur 6km/h zu viel gibt, würden wir wohl noch in ein paar Jahren abbezahlen. :)
In Lillehammer angekommen, fuhren wir direkt zur Hoppanlegg (Skisprunganlage) im Olympiapark. Leider waren wir für das Springen der Nordischen Kombinierer schon zu spät, aber wir konnten direkt in den Shuttlebus einsteigen, der uns nach Sjusjøen zum Langlauf der Kombinierer brachte. Hier lag dann im Gegensatz zu Lillehammer tatsächlich auch Schnee, obwohl wir nur 20 Minuten gefahren waren.
Leider war der Rückstand der Deutschen nach dem Springen schon zu groß um noch in den Kampf um die ersten Plätze einzugreifen, aber vor allem Björn Kircheisen lieferte ein schnelles Rennen über die 10km ab und wurde am Ende 13ter. Es gewann unter dem Jubel der Norweger Magnus Moan, ein Trondheimer. :)
Nach dem Ende des Rennens fuhren wir mit dem Bus zurück zur Skisprungschanze (Lysgårdsbakken), wo kurz darauf der Wettbewerb der Frauen mit dem ersten Durchgang begann. Danach folgte direkt der erste Durchgang der Männer, an dessen Ende Neuling Andreas Wellinger aus Deutschland überraschend in Führung lag. Severin Freund lag auf einem aussichtsreichen dritten Platz.
Uns als deutsche Hardcore-Fans hat das natürlich gefreut. :) Und da es ziemlich leer war im Stadion und außer uns keine deutschen Fans erkennbar waren und wir außerdem so schön "Zzzziiiiiiiiieeeeeeeehhhhhhhhh" schreien konnten, wurden wir bald zum Lieblingsmotiv der Fernsehkameras sobald ein deutscher Springer an der Reihe war. Also schwenkten wir unsere Fahne und jubelten und erfreuten so unsere Lieben zu Hause vor dem Fernseher mit Bildern von uns.
Dass am Ende des zweiten Durchgangs Severin Freund ganz oben auf dem Treppchen stand und Andreas Wellinger einen überragenden fünften Platz belegte, war der krönende Abschluss unseres Wintersporterlebnisses.
Nach dem Ende der Wettbewerbe mussten wir ca. 15km zur der Hütte fahren, in der wir über Nacht bleiben wollten. Die Hütte lag sehr schön in einer Anlage mit Hotel, Campingplatz und einer Reihe weiterer Hütten und war gemütlich und gut ausgestattet.
Vor dem warmen Kamin aßen wir zu Abend und ließen den schönen Tag in Ruhe ausklingen. Da wir alle ziemlich erschöpft waren von dem langen Tag, fielen wir später müde aber zufrieden in unsere Betten.
Am nächsten Morgen nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns nochmal auf den Weg nach Lillehammer. Wir entschieden uns aber gegen das Springen auf der Großschanze am Nachmittag, da ja noch 6 Stunden Heimfahrt vor uns lagen.
Stattdessen besuchten wir das Olympiamuseum. Das Museum war wirklich liebevoll zusammengestellt und informierte über alle bisherigen Olympischen Sommer- und Winterspiele. Zu jeden Spielen gab es Medaillien, Kleidung und andere Erinnerungsstücke zu bestaunen.
Zum Schluss gab es noch eine Sonderausstellung speziell über die Spiele in Lillehammer, bei denen z.B. Dieter Thoma, Jens Weißflog, Christoph Duffner und Hansjörg Jäkle im Teamwettbewerb Gold holten. Das waren noch Zeiten... (Ich war noch im Kindergarten...)
| Die Maskottchen von Lillehammer '94 |
Dank der umfangreichen Berichterstattung ALLER norwegischen Radiosender wussten wir dann auch bestens Bescheid über das packende Pokalfinale zwischen Tromsø und Hødd, das Hødd im Elfmeterschießen als Zweitligist gewann. Schade nur, dass wir nichtmal wissen wo Hødd liegt und es uns auch ziemlich egal ist und wir eigentlich nur Musik hören wollten. :)
Nach dem tollen Wochenende ging es dann mit Lernen los, da nächsten Montag die erste Klausur ansteht. Also war ich jetzt schon zwei Tage im "lesesal" an der Uni und habe gelernt. Leider gehen so die Tage noch schneller vorbei... Dabei haben wir doch noch so viel vor!
... Davon erzähl ich euch aber beim nächsten Mal.
Gute Nacht!
Annika
Sonntag, 18. November 2012
Ich geh mit meiner Laterne...
Hallo ihr!
Leute wie die Zeit vergeht, eben noch Sommer jetzt tiefster Schmuddel-November. Ja, ihr lest richtig. Wir dachten eigentlich wir hätten den Herbst übersprungen und würden direkt mit herrlichstem Winter weitermachen, aber nun waten wir schon seit einer Woche bei 7°C durch die Matsche und vor lauter Wolken am Himmel wird es gar nicht mehr richtig hell. Also auch nicht in den paar Stunden in denen die Sonne tatsächlich noch da sein sollte. Sonnenuntergang war heute um 15.18h, dass heißt um 16h ist es hier stockdunkel und man hat eigentlich das Gefühl der Tag wäre rum. Mal sehen wo das noch hinführt in den nächsten 5 Wochen.
5 Wochen... 5 Wochen!!! Wisst ihr wie wenig das ist? Und dabei wollen wir doch noch so viel machen! Erstmal ist jetzt allerdings Lernen angesagt. Die kommende Woche ist hier die letzte Vorlesungswoche und danach starten die Prüfungen. Ich mag gar nicht daran denken, dass ich von der wertvollen Zeit, die mir hier noch bleibt, auch noch 2 Wochen in der Bibliothek über meinen Büchern verbringen muss. Hoffentlich kommt dann nicht genau in der Zeit der schönste Schnee. Aber wir werden das Beste drauß machen und die restliche Zeit genießen. Und ein bisschen freuen wir uns ja schon auf zu Hause... So sehr, dass wir letzte Woche das Sankt Martinsfest zum Anlass genommen haben, um mal ein bisschen deutsche Tradition nach Trondheim zu bringen.
Wir haben Laternen gebastelt und sind dann mit unseren Lichtern durch Trondheim gezogen und haben einen wunderschönen Laternenumzug veranstaltet. Insgesamt waren wir zu neunt und leider konnten wir keinen "Nicht-Deutschen" von unserer Idee überzeugen, aber es war trotzdem super. Am Ziel des Umzugs angekommen, haben wir selbstgebackene Weckmänner (ja, die heißen so!) gegessen und leckeren, aus Deutschland importierten, Glühwein getrunken. Die Fotos die ich gemacht habe, sind leider nicht so gut geworden, aber sie geben euch trotzdem einen kleinen Eindruck.
Mir hat der Abend jedenfalls sehr gut gefallen und die Weckmänner waren so lecker, dass wir zu Nikolaus dann direkt nochmal welche backen, nur um auch ja allen Traditionen gerecht zu werden.
Heute, nur eine Woche später, gab es dann direkt das nächste Highlight. Ungewohnt früh fand heute nämlich eine Weihnachtsfeier (Julebord) statt. Das ganze wurde vom Erasmus Student Network organisiert und für 100 Kronen konnte man mal ein typisch norwegisches Weihnachtsessen genießen. Das wollten Barabara und ich uns nicht entgehen lassen und so schmissen wir uns in das schönste Outfit was wir auf die schnelle auftreiben konnten und kauften ein kleines Wichtelgeschenk für 20 NOK.
Das Dinner fand in der Mensa der Fachhochschule direkt neben dem Studentendorf statt und es waren ca. 100 Studenten da. Die Tische waren hübsch gedeckt und alle hatten sich schick angezogen. Das Essen war dann sehr reichhaltig und sehr lecker. Ich zeig euch mal, gesammelt auf meinem Teller, was es so alles gab:
Also die Karoffeln werdet ihr noch selbst erkennen und den wirklich guten Rotkohl auch. Das gelbe Gemüse auf neun Uhr ist Kohlrabi, ich denke ein paar Möhren waren wohl auch dabei. Das dicke Stück Fleisch in der Mitte ist "ribbe", ein sehr fettiges Stück Schwein mit knuspriger Kruste. Dahinter seht ihr "pinnekjøtt". Dabei handelt es sich um gepökelte Lammrippe. Die beiden verschiedenen Würstchen sind irgendwelche Weihnachtswürstchen. Die hintere schmeckt wie Weißwurst. Dazwischen findet ihr noch "medisterkaker", eine Art Frikadelle. Insgesamt hat alles sehr lecker geschmeckt. Das Ganze ist allerdings auch eine sehr fettige Angelegenheit. Da hätte man den hier üblichen Aquavit zum Nachspülen gut gebrauchen können. Ein Kaffe tat es dann aber auch. :)
Während und nach dem Essen gab es dann noch einige kurze Reden. Traditionell gibt es eine Damen- und eine Herrenrede, jeweils vom anderen Geschlecht gehalten, in denen man im Prinzip das andere Geschlecht über den Himmel lobt und/oder mal ordentlich aufs Korn nimmt. Außerdem gab es noch eine "Danke für das Essen"- Rede.
Nachdem sich vor lauter Essen niemand mehr bewegen konnte, wurden die schon angesprochenen Wichtelgeschenke eingesammelt und anschließend verteilt. Da das Budget mit 20 Kronen schon sehr eingeschränkt war, hatte das Ganze natürlich mehr symbolischen Charakter, aber ich habe mich trotzdem über meine kleine Tasse mit norwegischen Weihnachtswichteln (julenisser) gefreut.
Den krönenden Abschluss für mich bildete die Weihnachtsmusik, die schon den ganzen Abend im Hintergrund lief. Und zwar hatten die Veranstalter Weihnachtslieder aus aller Welt gemischt und abgespielt. (Ja, leider auch "Last Christmas"...) Kurz bevor wir gehen wollten, kam dann "In der Weihnachtsbäckerei" von Rolf Zuckowski. Wir haben uns ziemlich gefreut und kräftig mitgesungen. :)
Jetzt bin ich voll und müde und zufrieden. Morgen muss ich aber mal früher raus und kräftig am Projekt arbeiten. Das muss nämlich bis Mittwoch fertig sein und noch sind wir weit davon entfernt...
Aber da am nächsten Wochenende ja schon wieder ein toller Ausflug ansteht, ist die Motivation doch recht hoch. Wir fahren nämlich mit dem Auto nach Lillehammer zum Skisprung Weltcup und zur Nordischen Kombination! Könnt ja mal im Fernsehn gucken, ob ihr uns seht. Wir winken auch kräftig!
Von Lillehammer berichte ich euch dann beim nächsten Mal. Ach Leute, ich freu mich!
Gute Nacht!
Annika
Leute wie die Zeit vergeht, eben noch Sommer jetzt tiefster Schmuddel-November. Ja, ihr lest richtig. Wir dachten eigentlich wir hätten den Herbst übersprungen und würden direkt mit herrlichstem Winter weitermachen, aber nun waten wir schon seit einer Woche bei 7°C durch die Matsche und vor lauter Wolken am Himmel wird es gar nicht mehr richtig hell. Also auch nicht in den paar Stunden in denen die Sonne tatsächlich noch da sein sollte. Sonnenuntergang war heute um 15.18h, dass heißt um 16h ist es hier stockdunkel und man hat eigentlich das Gefühl der Tag wäre rum. Mal sehen wo das noch hinführt in den nächsten 5 Wochen.
5 Wochen... 5 Wochen!!! Wisst ihr wie wenig das ist? Und dabei wollen wir doch noch so viel machen! Erstmal ist jetzt allerdings Lernen angesagt. Die kommende Woche ist hier die letzte Vorlesungswoche und danach starten die Prüfungen. Ich mag gar nicht daran denken, dass ich von der wertvollen Zeit, die mir hier noch bleibt, auch noch 2 Wochen in der Bibliothek über meinen Büchern verbringen muss. Hoffentlich kommt dann nicht genau in der Zeit der schönste Schnee. Aber wir werden das Beste drauß machen und die restliche Zeit genießen. Und ein bisschen freuen wir uns ja schon auf zu Hause... So sehr, dass wir letzte Woche das Sankt Martinsfest zum Anlass genommen haben, um mal ein bisschen deutsche Tradition nach Trondheim zu bringen.
Wir haben Laternen gebastelt und sind dann mit unseren Lichtern durch Trondheim gezogen und haben einen wunderschönen Laternenumzug veranstaltet. Insgesamt waren wir zu neunt und leider konnten wir keinen "Nicht-Deutschen" von unserer Idee überzeugen, aber es war trotzdem super. Am Ziel des Umzugs angekommen, haben wir selbstgebackene Weckmänner (ja, die heißen so!) gegessen und leckeren, aus Deutschland importierten, Glühwein getrunken. Die Fotos die ich gemacht habe, sind leider nicht so gut geworden, aber sie geben euch trotzdem einen kleinen Eindruck.
Mir hat der Abend jedenfalls sehr gut gefallen und die Weckmänner waren so lecker, dass wir zu Nikolaus dann direkt nochmal welche backen, nur um auch ja allen Traditionen gerecht zu werden.
Heute, nur eine Woche später, gab es dann direkt das nächste Highlight. Ungewohnt früh fand heute nämlich eine Weihnachtsfeier (Julebord) statt. Das ganze wurde vom Erasmus Student Network organisiert und für 100 Kronen konnte man mal ein typisch norwegisches Weihnachtsessen genießen. Das wollten Barabara und ich uns nicht entgehen lassen und so schmissen wir uns in das schönste Outfit was wir auf die schnelle auftreiben konnten und kauften ein kleines Wichtelgeschenk für 20 NOK.
Das Dinner fand in der Mensa der Fachhochschule direkt neben dem Studentendorf statt und es waren ca. 100 Studenten da. Die Tische waren hübsch gedeckt und alle hatten sich schick angezogen. Das Essen war dann sehr reichhaltig und sehr lecker. Ich zeig euch mal, gesammelt auf meinem Teller, was es so alles gab:
Während und nach dem Essen gab es dann noch einige kurze Reden. Traditionell gibt es eine Damen- und eine Herrenrede, jeweils vom anderen Geschlecht gehalten, in denen man im Prinzip das andere Geschlecht über den Himmel lobt und/oder mal ordentlich aufs Korn nimmt. Außerdem gab es noch eine "Danke für das Essen"- Rede.
Nachdem sich vor lauter Essen niemand mehr bewegen konnte, wurden die schon angesprochenen Wichtelgeschenke eingesammelt und anschließend verteilt. Da das Budget mit 20 Kronen schon sehr eingeschränkt war, hatte das Ganze natürlich mehr symbolischen Charakter, aber ich habe mich trotzdem über meine kleine Tasse mit norwegischen Weihnachtswichteln (julenisser) gefreut.
Den krönenden Abschluss für mich bildete die Weihnachtsmusik, die schon den ganzen Abend im Hintergrund lief. Und zwar hatten die Veranstalter Weihnachtslieder aus aller Welt gemischt und abgespielt. (Ja, leider auch "Last Christmas"...) Kurz bevor wir gehen wollten, kam dann "In der Weihnachtsbäckerei" von Rolf Zuckowski. Wir haben uns ziemlich gefreut und kräftig mitgesungen. :)
Jetzt bin ich voll und müde und zufrieden. Morgen muss ich aber mal früher raus und kräftig am Projekt arbeiten. Das muss nämlich bis Mittwoch fertig sein und noch sind wir weit davon entfernt...
Aber da am nächsten Wochenende ja schon wieder ein toller Ausflug ansteht, ist die Motivation doch recht hoch. Wir fahren nämlich mit dem Auto nach Lillehammer zum Skisprung Weltcup und zur Nordischen Kombination! Könnt ja mal im Fernsehn gucken, ob ihr uns seht. Wir winken auch kräftig!
Von Lillehammer berichte ich euch dann beim nächsten Mal. Ach Leute, ich freu mich!
Gute Nacht!
Annika
Montag, 29. Oktober 2012
Walking in a winter wonderland...
Hey ho!
Auch wenn es erst Oktober ist, kommt hier fast ein bisschen weihnachtliche Stimmung auf, wenn ich hier im Warmen sitze, den tollen winterlichen Ausblick genieße, Tee trinke und Mandarinen esse. :) Ganz soweit ist es aber ja zum Glück noch nicht. Denn das hieße ja, dass meine Zeit hier quasi vorbei wäre. Und das geht ja nicht, jetzt, wo es doch gerade so toll geschneit hat. Trotzdem ist heute in 8 Wochen Heiligabend. Die Zeit vergeht einfach rasend schnell. In dreieinhalb Wochen ist hier das Semester zu Ende und die Prüfungsphase beginnt. Da bin ich ja mal gespannt drauf!
Aber bis dahin werden wir den hoffentlich andauernden Schnee genießen. Nachdem es am Donnerstag ja geschneit hat, hat es am Freitag leider nochmal ein wenig geregnet. Am Samstag war es dann aber wieder richtig kalt und es hat nochmal ordentlich Neuschnee gegeben. Grund genug die herrliche Sonne am Sonntag zu nutzen und einen ausgiebigen Spaziergang zu machen. Nach der Zeitumstellung bleibt uns die Sonne ja nun noch eine Stunde weniger am Tag.
Der Spaziergang war herrlich. Wir waren insgesamt 4,5 Stunden unterwegs und haben die Estenstadsmarka unsicher gemacht. Nachdem wir im Sommer da gebadet haben und beim letzen Mal alles in herbstlichem Orange strahlte, war nun alles weiß. Und wie. Der Tiefschnee ging mir an manchen Stellen locker bis zum Knie und abseits der gespurten Wege war ohne Ski kein durchkommen.
Wir sind erstmal einfach drauf losgelaufen, daher, wo es uns gerade gefallen hat. Später sind wir dann auf einen kleinen Berg (oder Hügel) gelaufen, von wo aus man einen schönen Blick über das verschneite Trondheim hatte.
Am besten zeige ich euch mal wieder ein paar Fotos, die leider nur zum Teil wiedergeben können, wie schön es ist:
Als wir von unserem kleinen Ausflug wieder da waren, wollten wir noch einen Schneemann bauen, weil unsere Werke vom Vortag von irgendeinem Rüpel zerstört wurden. Allerdings war es inzwischen so kalt, dass aus dem wunderbaren Schneeballschlachten-Pappschnee feiner Pulverschnee geworden ist, der einfach nicht zusammen halten wollte. Also haben wir einfach alle zusammen bei Tim Pizza gebacken und es uns gemütlich gemacht.
Während ich euch hier schreibe, hat es draußen auch wieder angefangen zu schneien. Heute ist es mit -8°C auch nochmal ne ganze Ecke kälter. Am Donnerstag wollen wir uns dann auf jeden Fall auch Langlaufski ausleihen und dann sobald wie möglich die Bymarka auf Skiern unsicher machen. Und einen Schlitten müssen wir uns auch noch irgendwo besorgen. Soviel neues nochmal zu entdecken!
Ich bin mal gespannt, ob der Schnee jetzt wirklich dauerhaft liegen bleibt und er einem irgendwann auf die Nerven geht. Aber solange die Busse fahren und die Gehwege halbwegs benutzbar sind, ist es einfach nur toll! Nur hier im Studentendorf ist es stellenweise sau glatt, so dass ich mich regelmäßig lang lege. Irgendwie streuen Norweger kein Salz, sondern räumen nur und streuen Split. Im Moment hilft das noch nicht wirklich. Wobei, wenn Norweger noch mit dem Fahrrad zur Uni fahren können, stelle ich mich wahrscheinlich einfach nur an. Wie sagte der Norweger letzte Woche so schön: Hier kann man auch so Spikes kaufen, die man über die Schuhe machen kann. Das machen aber eigentlich nur alte Leute und vielleicht Ausländer. :)
In diesem Sinne: Liebe Grüße und friert nicht zu doll! Ich ess jetzt erstmal Erdbeeren.
Annika
Auch wenn es erst Oktober ist, kommt hier fast ein bisschen weihnachtliche Stimmung auf, wenn ich hier im Warmen sitze, den tollen winterlichen Ausblick genieße, Tee trinke und Mandarinen esse. :) Ganz soweit ist es aber ja zum Glück noch nicht. Denn das hieße ja, dass meine Zeit hier quasi vorbei wäre. Und das geht ja nicht, jetzt, wo es doch gerade so toll geschneit hat. Trotzdem ist heute in 8 Wochen Heiligabend. Die Zeit vergeht einfach rasend schnell. In dreieinhalb Wochen ist hier das Semester zu Ende und die Prüfungsphase beginnt. Da bin ich ja mal gespannt drauf!
Aber bis dahin werden wir den hoffentlich andauernden Schnee genießen. Nachdem es am Donnerstag ja geschneit hat, hat es am Freitag leider nochmal ein wenig geregnet. Am Samstag war es dann aber wieder richtig kalt und es hat nochmal ordentlich Neuschnee gegeben. Grund genug die herrliche Sonne am Sonntag zu nutzen und einen ausgiebigen Spaziergang zu machen. Nach der Zeitumstellung bleibt uns die Sonne ja nun noch eine Stunde weniger am Tag.
Der Spaziergang war herrlich. Wir waren insgesamt 4,5 Stunden unterwegs und haben die Estenstadsmarka unsicher gemacht. Nachdem wir im Sommer da gebadet haben und beim letzen Mal alles in herbstlichem Orange strahlte, war nun alles weiß. Und wie. Der Tiefschnee ging mir an manchen Stellen locker bis zum Knie und abseits der gespurten Wege war ohne Ski kein durchkommen.
Wir sind erstmal einfach drauf losgelaufen, daher, wo es uns gerade gefallen hat. Später sind wir dann auf einen kleinen Berg (oder Hügel) gelaufen, von wo aus man einen schönen Blick über das verschneite Trondheim hatte.
Am besten zeige ich euch mal wieder ein paar Fotos, die leider nur zum Teil wiedergeben können, wie schön es ist:
Als wir von unserem kleinen Ausflug wieder da waren, wollten wir noch einen Schneemann bauen, weil unsere Werke vom Vortag von irgendeinem Rüpel zerstört wurden. Allerdings war es inzwischen so kalt, dass aus dem wunderbaren Schneeballschlachten-Pappschnee feiner Pulverschnee geworden ist, der einfach nicht zusammen halten wollte. Also haben wir einfach alle zusammen bei Tim Pizza gebacken und es uns gemütlich gemacht.
Während ich euch hier schreibe, hat es draußen auch wieder angefangen zu schneien. Heute ist es mit -8°C auch nochmal ne ganze Ecke kälter. Am Donnerstag wollen wir uns dann auf jeden Fall auch Langlaufski ausleihen und dann sobald wie möglich die Bymarka auf Skiern unsicher machen. Und einen Schlitten müssen wir uns auch noch irgendwo besorgen. Soviel neues nochmal zu entdecken!
Ich bin mal gespannt, ob der Schnee jetzt wirklich dauerhaft liegen bleibt und er einem irgendwann auf die Nerven geht. Aber solange die Busse fahren und die Gehwege halbwegs benutzbar sind, ist es einfach nur toll! Nur hier im Studentendorf ist es stellenweise sau glatt, so dass ich mich regelmäßig lang lege. Irgendwie streuen Norweger kein Salz, sondern räumen nur und streuen Split. Im Moment hilft das noch nicht wirklich. Wobei, wenn Norweger noch mit dem Fahrrad zur Uni fahren können, stelle ich mich wahrscheinlich einfach nur an. Wie sagte der Norweger letzte Woche so schön: Hier kann man auch so Spikes kaufen, die man über die Schuhe machen kann. Das machen aber eigentlich nur alte Leute und vielleicht Ausländer. :)
In diesem Sinne: Liebe Grüße und friert nicht zu doll! Ich ess jetzt erstmal Erdbeeren.
Annika
Donnerstag, 25. Oktober 2012
Den første snøen i Trondheim
Ok, ich habs versprochen. Ich wollte mich wieder melden, sobald der angekündigte Schnee da ist. Und das ging jetzt mal schneller und vor allem viel heftiger als gedacht! Gestern fielen nur ein paar Flöckchen, vermischt mit Regen, aber als dann gegen Abend das erste bisschen liegen blieb, deutete sich schon an, dass da noch was draus werden könnte.
Heute morgen war die Freude dann riesig. Alles war weiß. Und es schneit, und schneit und schneit :)
Keiner weiß, wie lange es liegen bleibt, aber für den Anfang ist das schon ne ganze Menge. Schließlich haben wir erst Oktober.
Da wir noch unser Projekt fertig stellen mussten, waren wir nur draußen, um zur Uni und zurück zu laufen. Aber gleich gibts wohl nochmal eine große Schneeballschlacht im Studentendorf.
Aber erstmal gibts für euch erste Fotos:
Ich bin mal gespannt, wie sich das hier weiter entwickelt und halte euch auf dem Laufenden!
Viele Grüße aus dem Winterwonderland!
Annika
Heute morgen war die Freude dann riesig. Alles war weiß. Und es schneit, und schneit und schneit :)
Keiner weiß, wie lange es liegen bleibt, aber für den Anfang ist das schon ne ganze Menge. Schließlich haben wir erst Oktober.
Da wir noch unser Projekt fertig stellen mussten, waren wir nur draußen, um zur Uni und zurück zu laufen. Aber gleich gibts wohl nochmal eine große Schneeballschlacht im Studentendorf.
Aber erstmal gibts für euch erste Fotos:
| Um 9Uhr heute morgen |
| Gegen 12.00Uhr |
Ich bin mal gespannt, wie sich das hier weiter entwickelt und halte euch auf dem Laufenden!
Viele Grüße aus dem Winterwonderland!
Annika
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