Freitag, 21. September 2012

Eventyrene våre på Soknedal

I dag vil jeg forteller dere litt om turen vår til koien 'Iglbu' på Soknedal...

Letzte Woche hat sie uns auch gepackt: die Abenteuerlust, die sich wie ein Lauffeuer verbereitet und scheinbar nicht aufzuhalten ist. Die Abenteuerlust, die normale Studenten wie uns dazu veranlasst das Couchpotatoe-Dasein aufzugeben, auf sämtlichen Luxus der zivilisierten Welt zu verzichten und mit Wanderschuhen und Rucksack ausgestatten mitten in die Wildnis zu wandern, um im Schnitt zwei Nächte in einem Holzverschlag zu verbringen, der weder über Strom noch über fließend Wasser verfügt. Und das nicht genug. Um diese, für manche Menschen sicherlich völlig unverständliche, Lust zu stillen, stehen Woche für Woche unscheinbare Studenten mittwochs zwischen Mitternacht und 5 Uhr morgens auf und stellen sich an der Uni in die Schlange, um auch ja eine der begehrten Hütten zu ergattern. Ihr könnt noch so ungläubig gucken, ich wollte es auch erst nicht glauben, aber als ich letzten Mittwoch um 6.10 das Unigebäude betreten habe, reichte das gerade mal zu Platz 10 in der Schlange. Trotzdem gelang es uns, eine für uns passende Hütte zu ergattern.

Los ging es dann letzten Freitag um kurz nach 14 Uhr. Unsere 9 Leute umfassende Wandergruppe (8 Deutsche, 1 Franzose) traf sich an der Bushaltestelle um Trondheim erst einmal weit hinter sich zu lassen.  Mit dem Bus ging es etwa 1,5 Stunden nach Soknedal, einem kleinen Ort südlich von Trondheim. Pünktlich zur Ankunft im Nirgendwo verzog sich dann auch die Sonne und es fing leicht an zu regnen. Aber das macht echten Abenteurern natürlich nichts aus. Regenhose an, Kapuze auf, los gehts. Aber wohin? Ein Blick auf die Karte, ein Blick auf den Kompass und der Beginn unseres Weges war schnell gefunden. Frohen Mutes zogen wir los. Der erste Teil des Weges führte einen Pfad entlang. Zwar mussten wir einige Höhenmeter überwinden, aber insgesamt war der Weg keine größere Herausforderung. Nach etwa 2 Stunden mussten wir den Weg verlassen und den Rest querfeldein wandern. Die Stelle an der man den Weg verlassen sollte, war jedoch reichlich wage beschrieben. Trotzdem fanden wir uns anfangs gut zu Recht. Wir mussten einen schmalen Fluß queren und brauchten dafür eine ganze Weile. Um sicher zu sein, dass wir da waren, wo wir glaubten zu sein, orteten wir uns via GPS. Auch wenn wir jetzt genau wussten wo wir waren, dauerte es doch länger die Hütte zu erreichen als wir dachten. Abseits des Weges wechselten sich Sumpfgebiete mit dicht bewachsenen Hügeln ab und wir kamen nur langsam voran. Als wir nach einer weiteren Flußüberquerung in direkter Nähe der Hütte sein mussten, dämmerte es schon. Zum Glück standen wir dann plötzlich direkt davor. Wie aus dem Nichts war die gut getarnte Hütte vor uns aufgetaucht und alle waren froh, endlich da zu sein. Insgesamt haben wir 4 Stunden für den Weg gebraucht.

Die Hütte war dann aber einfach super. Kaum angekommen und aus den nassen Sachen raus, machten wir uns ans Einrichten und Essen kochen. Während zwei Leute an einem kleinen Bach Wasser holten, kümmerten sich die Übrigen um die Beleuchtung in Form von einer Öllampe und Kerzen, um den Ofen und um den Kocher. Das Feuer im Ofen war schnell entfacht, so dass es angenehm warm wurde. Der Kocher bereitete jedoch Probleme und wollte einfach nicht funktionieren. Zum Glück gab es eine Herdplatte auf dem Ofen, so dass wir schlussendlich doch noch zu unseren wohlverdienten Nudeln kamen. Da es schon spät und wir alle müde waren, krochen wir danach in unsere Betten, kuschelten uns in den Schlafsack und schliefen doch erstaunlich gut in der ungewohnten Umgebung.

Am nächsten Morgen konnten wir dann die Hütte zum ersten Mal bei vollem Tageslicht bewundern. Da es über Nacht doch sehr kalt geworden war, machten wir uns zuerst daran, den Ofen wieder anzubekommen. Nach einem reichhaltigen Frühstück machten wir uns auf zu einer Wanderung. Als Ziel hatten wir und einen Gipfel des nahegelegenen Gynneldfjellet ausgesucht. Mit leichtem Gepäck, aber warm angezogen ging es los. Der Gipfel den wir erreichten war immerhin 973m hoch. Die Hütte selbst liegt auf 600m. Die Landschaft und die Aussicht waren aber einfach atemberaubend und entschädigten für jeden Höhenmeter. Ingsgesamt waren wir 4 Stunden unterwegs und es war wirklich toll. Und auch die Navigation funktionierte reibungslos und wir fanden die Hütte ohne Probleme wieder. Am besten zeig ich euch jetzt mal ein paar Fotos von der Wanderung: (Vielen Dank an die Fotografen, dass ich die Bilder verwenden darf!)









 
 Zurück an der Hütte gab es einiges zu tun, aber schnell fand jeder eine Aufgabe. Wir waren ein ziemlich gutes Team, so als ob, wir schon immer in einer Hütte mitten im Wald leben würden. :) Die Jungs widmeten sich dem Holz und sägten und hackten fleißig, damit die nächsten, die die Hütte erreichen auch noch heizen können. Zwei Mädels machten sich auf zum Blaubeeren pflücken, ich feuerte den Ofen an und fing an einen Stockbrotteig zuzubereiten. Die restlichen beiden widmeten sich dem Lagerfeuer draußen, auf dem wir das Stockbrot später zubereiten wollten. Das taten wir dann auch. Wir saßen eine ganze Weile ums Feuer, tranken Tee und genoßen es, soweit abseits der Zivilisation zu sein. Abends gab es dann Couscous mit Gurke, Paprika und Feta. Eigentlich waren auch noch Pfannkuchen angedacht, aber es hatte einfach niemand mehr Hunger. Und so pokerten wir, spielten Gitarre und sangen das ganze Liederbuch durch. Dank dem Ofen herrschten bald auch saunaähnliche Temparaturen. :) Spät ging es dann ins Bett.
Da der einzige Bus von Soknedal sonntags erst um kurz vor 18.00h fährt, hatten wir auch am Sonntag noch genügend Zeit für ein reichhaltiges Frühstück. Vorher entschieden wir Mädels uns aber noch dazu, unsere Haare zu waschen. Mutig stiefelten wir also zum Bach und gossen uns nacheinander eiskaltes Wasser über den Kopf und wuschen die Haare mit Bio-Seife. Danach waren wir dann aber auch wirklich wach!!!
Zur Krönung dieses wunderbaren Wochenendes gab es dann doch noch Pfannkuchen und zwar mit frischen, selbstgepflückten Blaubeeren. Einfach wunderbar.
Und dann mussten wir auch schon unsere Sachen packen und alles wieder so herrichten, wie wir es vorgefunden hatten. Schade eigentlich. Hatten wir uns doch schnell daran gewöhnt, unsere Wasserflaschen einfach in den Bach zu halten und mit der Zahnbürste im Mund im Wald herum zu laufen. Und auch das Plumpsklo war gar nicht soo schlimm wie befürchtet. Aber es half ja nichts. :)

Mit deutlich leichteren Rucksäcken als auf dem Hinweg (schließlich hatten wir fast alles aufgegessen) machten wir uns auf den Rückweg, der nun, da wir das Gelände kannten, deutlich leichter zu bewältigen war. Nach knapp 2,5 Stunden standen wir wieder an der Bushaltestelle in Soknedal und gegen 19Uhr waren wir zurück in Trondheim mit all den Annehmlichkeiten, die wir gewohnt sind, aber eigentlich gar nicht richtig vermisst haben.

Es war ein tolles, abenteuerliches Wochenende mit einer tollen Gruppe. Ich glaube der Dreck unter meinen Fingernägeln wird mich noch eine Weile dran erinnern :)

Zum Abschluss nochmal ein paar Fotos:




Das Klohäuschen :)




Da hier ein Abenteuer das nächste jagt, gibt es bald bestimmt wieder etwas zu berichten!
Bis dahin! Ha det bra!

Annika

Sonntag, 2. September 2012

Ein paar kleinere Ausflüge

Einen wunderschönen Sonntag"morgen"!

Mal wieder ist eine stressige Erasmus- und Uniwoche vorbei. Aber an diesem regnerischen Sonntag ist ein bisschen relaxen angesagt. Der Rest der Meute schläft sogar noch. Seit dem letzten Post habe ich einige kleinere Ausflüge gemacht, von denen ich euch ein wenig berichten will.

Letzten Samstag habe ich mich spontan einer kleinen Gruppe angeschlossen, die das gute Wetter nutzen wollte um noch einmal ein bisschen durch die Estenstadmarka zu laufen. Wir trafen uns am Rema (Supermarkt), kauften Grillgut und einen Einweggrill und machten uns auf den Weg. Da es richtige Wege (!) rauf zur Hütte und zum See gibt, war der Weg nicht besonders anspruchsvoll, aber trotzdem schön. Da wir einen anderen Weg einschlugen als beim letzten Mal, landeten wir allerdings nicht direkt am See sondern ein Stückchen höher bei einer Hütte, auf der man, das nötige Kleingeld vorausgesetzt, was Essen und Trinken könnte. Von hier hatte man mal wieder einen schönen Blick über Trondheim, Fjord und Umgebung, was für den kleinen Umweg entschädigte.
Kurz darauf fanden wir aber den See und schmissen den Grill an. Das Grillen mit Einweggrills ist hier übrigens überall erlaubt. Es gibt sogar spezielle Mülltonnen nur für diese Art von Grills. Und mit 2 Euro gehören sie wohl zu den günstigsten Dingen, die man hier so kaufen kann. :) Insgesamt war es ein schöner Nachmittag. Bemerkenswert war die Konstellation unserer Gruppe. Nur ein Spanier und eine Deutsche! Wir waren mal in der Unterzahl! Und zwar gegenüber Bulgariern und Südkoreanern! Und ein Aserbaidschaner war auch noch dabei. Unfassbar. Sonst ist doch gefühlt jeder hier deutsch oder spanisch :). Mal schauen, ob ich ein paar Fotos habe...




 Am Sonntag morgen war ich dann mit zwei Freundinnen im Semesteranfangsgottesdienst im Nidarosdom. Mir hatte der Dom bei der Besichtigung einfach sehr gut gefallen und ich wollte die Chance nutzen den Dom einmal bei einem Gottesdienst zu erleben. Vor allem weil es ein protestantischer Dom ist. Der Gottesdienst war sehr schön und zum Teil auf Englisch und zum Teil auf Norwegisch. Da die meisten Texte aber abgedruckt waren, konnten wir einen Großteil gut verstehen, nur bei der Predigt mussten wir leider passen. Dafür reichten drei Wochen Sprachkurs dann doch nicht. :) Wir haben viele Lieder gesungen und der Chor war einfach großartig.
Nach dem Gottesdienst trafen wir uns mit Tim, um nach Lade zu fahren. Lade ist ein Stadtteil von Trondheim und von dort aus hat man einen guten Zugang zum Fjord und zu mehreren Badebuchten. Mit dem Bus ist man aus der Stadt in wenigen Minuten dort. Das Wetter war wechselhaft, so ein "Jacke an, Jacke aus, Jacke an"-Wetter mit ein paar Regentropfen zwischendurch. Aber es war super schön. Es gibt einen Wanderweg entlang der Küste, den wir aber nur ein Stückchen gelaufen sind. Man muss ja in den nächsten Monaten auch noch was zu tun haben. :)
Wir hatten Blaubeermuffins, Obst, Brote und Kekse dabei und machten auf einer Bank ein kleines Picknick. Zweimal hatten wir an diesem Nachmittag das Glück, einen Regenbogen zu sehen. Als der Regen, den wir schon die ganze Zeit auf der anderen Fjordseite beobachtet hatten, dann immer näher kam, nahmen wir dann doch lieber den Bus nach Hause. Auch hier natürlich ein paar Fotos:





Ja, und dann war das Wochenende auch schon vorbei und eine neue Uniwoche stand an. Davon werde ich natürlich jetzt nicht im Detail berichten aber ihr könnt euch sicher sein, dass es auch da nicht langweilig wurde. Dienstag zum Beispiel haben wir im Kino endlich den neuen Batman angesehen. Ach ja, und Donnerstag waren wir in Schweden. Donnerstags fährt aus dem Studentendorf ein kostenloser Bus zu einem Supermarkt knapp hinter der schwedischen Grenze. Die Fahrt dahin dauert ca. 1,5 Stunden und dann hat man eine Stunde Zeit zu schwedischen Preisen einzukaufen. Das lohnt sich vor allem bei Fleisch, Schokolade und Alkohol. Wobei man ohne Vorbestellung nur Bier (mit schwedischen 3.5%) und Cider bekommt. Der Rest ist nicht wirklich billiger, aber immerhin besitzen wir jetzt 1,5kg Fleischwurst und 2kg Köttbullar. :)

Gestern waren wir dann in Munkholmen. Das ist diese kleine Insel, die ich euch schon mehrmals auf Fotos gezeigt habe. Der Fährverkehr dorthin wird in den nächsten Tagen eingestellt, da die Saison hier dann einfach vorbei ist. Deswegen haben wir gestern die Gelegenheit genutzt bei gutem Wetter dorthin zu fahren. Die Insel ist wirklich winzig, aber trotzdem ganz schön. Mit der Geschichte will ich euch hier nicht langweilen, nur ganz kurz zum Nutzen: Ganz früher war auf der Insel mal ein Benediktinerkloster. Nach der Reformation und dem Verschwinden der Benediktiner wurde auf der Insel eine Festung errichtet, die auch als Gefängnis genutzt wurde. Im zweiten Weltkrieg nutzten die Deutschen die vorhandenen Festungsanlagen und bauten Anlagen zur Luftüberwachung und sechs Flaks. Heute ist die Insel als Ausflugsziel und als Badestrand beliebt. Es gibt ein Café, man kann eine kleine Führung durch die Festungsanlagen machen oder einfach nur ein bisschen entspannen.

Wir nahmen die Fähre um 13.00h und waren etwa 12 Minuten später auf der Insel. Dort nahmen wir an der 30 minütigen Führung teil und erkundeten dann noch auf eigene Faust die Insel. Damit ist man allerdings schnell fertig. :) Deswegen gingen wir runter zum Strand, suchten uns eine geeignete Steinformation zum Sitzen und packten mal wieder unser Picknick aus. Diesmal gab es Zitronen-Blaubeer-Kuchen. Und noch einige andere leckere Dinge. Dann entspannten wir einfach eine Weile oder wateten mit den Füßen durch das wirklich kalte Wasser. Ein paar (für uns außergewöhnliche) Muscheln und Schneckenhäuser fanden wir auch noch. Um viertel nach vier nahmen wir die letzte Fähre zurück zum Festland.






Leider sind das ersteinmal die letzten Bilder, die ich selbst gemacht habe, denn meine Kamera hat gestern aufgegeben und ist kaputt :( Jetzt muss ich erst für Ersatz sorgen, bevor ich weiter fotografieren kann. Aber ich bin ja nicht die einzige mit einer Kamera hier.

Ja.. jetzt habe ich schon wieder einen ellenlangen Bericht geschrieben. Aber hier passiert einfach so viel. :)
Jetzt sind die anderen auch wach und es gibt Frühstück. Später kommen dann ein paar Freunde zum Tatortabend und Pizzabacken. Sonst wäre es ja auch langweilig!!!

Ich hoffe, dass es euch allen gut geht und ihr auch ein bisschen was erlebt im fernen Deutschland. Wenn nicht, dann wird es Zeit! Feste Schuhe an und raus mit euch! :)

Ganz liebe Grüße,

Annika