Guten Morgen ihr fleißigen Leser und einen besinnlichen dritten Advent!
Ich bin es schon wieder, aber ich sagte ja: Freizeitstress. :) Nachdem wir zu Beginn der Woche eher einen gemütlichen Ausflug nach Røros gemacht hatten, musste zum Abschluss nochmal was richtig norwegisches her. Was bietet sich da besser an als ein Cabin Trip?
Auf grund der Temperaturen und der Schneelage entschieden wir uns für ein leichtes Ziel, dass mit 6 km Entfernung zur Bushaltestelle gut zu finden und gut erreichbar an einer kleinen Straße lag. Mehr trauten wir uns ohne Ski und bei nur fünf Stunden Tageslicht einfach nicht zu.
Früh morgens brachen wir hier im Studentendorf bei -11°C mit dem Bus auf, damit wir das wenige Tageslicht optimal nutzen konnten. Nach einer relativ langen Busfahrt wurden wir gegen 10.40h irgendwo im Nirgendwo rausgelassen. Entgegen unserer Befürchtungen lag gar nicht so viel Schnee und der Weg zur Hütte war gut begehbar. Für Skier wäre es wohl sogar zu wenig gewesen.
In etwa anderthalb Stunden schafften wir den unter der Schneeschicht ziemlich vereisten Weg zur Hütte und durch die Bewegung war uns allen auch schön warm, als wir ankamen.
Die Hütte war wirklich schön und groß. Insgesamt gab es Schlafgelegenheiten für 20 Personen. Als erstes machten wir uns daran, den Ofen in der Hütte und in der Sauna anzuheizen und Wasser zu holen. Beim Wasserholen stießen wir dann auf die ersten Schwierigkeiten, da der Fluss neben der Hütte komplett zugefroren war. Aber mit Axt bewaffnet schlugen die Herren ein Loch in die Eisschicht, um festzustellen, dass auch darunter kein flüßiges Wasser mehr zu finden war. Aus diesem Grund packten wir das herausgeschlagenen Eis in die Eimer und trugen sie zum Auftauen in die Hütte.
Hier offenbarte sich aber schon das nächste Problem. Eine so große Hütte mit einem kleinen Ofen von -10°C auf eine erträgliche Temperatur zu heizen, dauert einfach. Und zwar ziemlich lange. Nach einer Weile waren wir vom Sitzen in der eisigen Cabin so durchgefroren, dass 6 von uns 8 sich entschieden noch einen kleinen Spaziergang zu dem nahegelegenen See zu machen. Die anderen beiden erklärten sich bereit den Ofen weiter anzuheizen und verzogen sich dann mit voller Montur in die Sauna. Der Saunaraum war einfach viel kleiner und der Ofen stärker, so dass es hier zum Glück schon nach kurzer Zeit angenehmere Temperaturen herrschten.
Der Spaziergang zum See war dann sehr schön und taute die eisigen Füße wieder auf. Der See selbst war auch komplett zugefrohren, so dass wir mitten auf dem See stehen und die schöne Landschaft bewundern konnten. Nach unserer Rückkehr merkten wir, dass wir wohl noch mehr Geduld brauchen würden, bis es schon kuschelig ist. Mit Skihose, Winterjacke, Mütze, Handschuhen und 3-5 Paar Socken (auf dem Boden konnte man auf Socken nicht stehen!) bekleidet, fingen wir trotzdem an das Abendessen vorzubereiten und Kartoffeln zu schälen und Möhren zu schneiden. Wem zu kalt wurde, der flüchtete sich für ein paar Minuten in die Sauna, in der inzwischen ca. 40°C herrschten. Eine nette Abwechslung zu den knappen 0°C in der Hütte.
Unser Ziel war es, dass man beim Abendessen seinen eigenen Atem nicht mehr sieht. Und das gelang dann auch. Diejenigen, die in der Nähe zum Ofen saßen konnten etwa 4 Stunden nach unserer Ankunft die Jacke ausziehen und im Laufe des Abends erreichten wir dann wohl angenehme 20°C. Wie viel Holz wir dabei verfeuerten, darüber denken wir wohl besser gar nicht nach. Und hier in Norwegen gibt es ja auch genug davon.
Zum Abendesssen gab es eine wirklich leckere Kartoffelsuppe mit Würstchen. Das war bei dem Wetter auch genau das richtige. Nach dem Essen waren wir dann wirklich in der Sauna. Also so ohne Skihose und Mütze. Auf dem Weg dorthin konnten wir einen wunderschönen Sternenhimmel betrachten, was schon ein bisschen merkwürdig war, hatten wir doch gerade einmal 17.30h. Den langen Abend verbrachten wir dann gemütlich mit Klavier spielen (einen Ton spielen, 3 Töne hören), Singen und zum Wärmen von innen ein bisschen Alkohol.
Um zu verhindern, dass wir in der Nacht unsere mühsam erheizten Temperaturen wieder gänzlich verlieren, richteten wir eine stündliche Feuerwache ein. Das dies nicht ganz funktionieren sollte, mussten im Laufe der Nacht diejenigen herausfinden, die vor einem quasi erloschenen Ofen saßen und sich fragten, wer denn in der Stunde zuvor seinen Wecker überhört hatte. Trotzdem kamen wir warm durch die Nacht.
Nach dem Frühstück am nächsten Morgen hieß es dann Holz hacken (schließlich hatten wir genug verbraucht) und aufräumen und um kurz nach 11 machten wir uns auf den Heimweg. Um nicht in der Wildniss festzusitzen, mussten wir den Bus um kurz nach 13 Uhr bekommen. Das gelang uns auch ganz locker und beim Warten an der Haltestelle bekamen wir dann zum Abschluss auch noch ein Rentier zu sehen. Zwar kein Elch, wie wir es uns eigentlich gewünscht hatten aber ein Rentier war auch schon ziemlich cool. :)
Und dann waren wir wieder zu Hause von unserem letzten Ausflug hier im hohen Norden, denn wenn ihr mal in den Kalender guckt, dann sitze ich nächste Woche um diese Zeit schon im Flieger nach Oslo. Da ich eine der letzten bin, die nach Hause fliegt, folgt jetzt eine Woche voller Abschiede, und "letzten Male". Letztes Mal gemeinsam Kochen, letzes Mal anziehen wie ein Polarforscher nur um nach der Wäsche zu schauen, letztes Mal über die Preise bei Rema ärgern, letztes Mal die Lieblingsorte besuchen. Zum Schluss dann versuchen all die Dinge, die sich in einem halben Jahr angesammelt habe, in die Koffer zu bekommen, putzen, Schlüssel abgeben und in den Flybuss steigen und dann? Dann bin ich wieder in Deutschland und kann mit euch Weihnachten feiern! Und euch alles erzählen, was ich hier nicht aufgeschrieben habe und all die Fotos zeigen, die ich hier nicht hochgeladen habe. Ich bedanke mich bei allen, die hier fleißig mitgelesen haben und hoffe, ich konnte euch ein bisschen an meinem Leben hier in Trondheim teilhaben lassen!
Jeg gleder meg til å se dere igjen!
Und für alle, dich ich nicht persönlich sehe: God jul og godt nyttår!
Annika
Das Wintersemester 2012 werde ich in Trondheim verbringen. Wie es mir dabei ergeht, möchte ich mit allen Interessierten in diesem Blog teilen. Viel Spaß!
Sonntag, 16. Dezember 2012
Donnerstag, 13. Dezember 2012
Velkommen til Norges Verdensarv
Hallo ihr Lieben!
So ein bisschen geht uns hier die Zeit aus für all die Dinge, die wir doch noch ach so gerne tun wollen und die sich bestimmt und unbedingt lohnen würden. Aus diesem Grund hat sich diese Woche der Klausurenstress (JAAAAAAAAAAAAA- endlich fertig!) in Freizeitstress verwandelt. Kaum war der letzte Satz auf das Klausurblatt geschrieben, packten wir also unsere sieben Sachen in unsere Rucksäcke und fuhren nach Røros. Wo das ist und was wir da wollten? Wussten wir auch nicht so genau. Wo es ist, ließ sich aber leicht raus finden. Røros liegt ca. 150km süd-östlich von Trondheim nahe der schwedischen Grenze und von Trondheim aus fährt ein Bus dorthin. Was wir da wollten, mussten wir erst noch rausfinden, aber mehrere Norweger hatten von der 5600 Einwohner Stadt, die übrigens die kälteste in ganz Norwegen ist, geschwärmt und uns einen Besuch dort ans Herz gelegt.
Früh morgens stiegen wir also in den Bus und gut 3 Stunden später waren wir da. Und ja, es war wirklich kalt. Sehr kalt. Angesagt waren -20°C, die wir wohl nicht ganz erreichten, aber es reichte auch so. :)
Nach der Ankunft brachten wir erstmal unser Gepäck ins Hotel, in dem wir uns aus Kostengründen zu fünft ein 4-Bettzimmer mit Schlafcouch teilten. Dann zogen wir so ungefähr jedes Kleidungsstück an, das wir in unseren Taschen fanden und stiefelten durch den Schnee los in die Stadt.
Natürlich hatten wir uns inzwischen längst informiert und wussten, dass Norwegens einzige Bergbaustadt aufgrund der wundervollen, farbenfrohen und alten Holzhäuser auf der UNESCO Weltkulturerbeliste (Verdensarvliste) steht und das zu Recht, wie wir nach kurzer Zeit festellen konnten.
Im Stadtkern von Røros gibt es zwei parallel verlaufende Straßen, die den Berg hinaufführen. Diese beiden Straßen sind von den oben erwähnten Holzhäusern gesäumt und wirklich wunderschön. In den Häusern befinden sich neben Wohnungen Geschäfte, Cafés, Restaurants und Gallerien. An vielen Stellen kann man in kleine Hinterhöfe hineingehen und Kunsthandwerk bestaunen oder einfach die Hinterhöfe selbst.
Oben auf dem Berg thront die Kirche von Røros. Ein imposantes Bauwerk und gefühlt das einzige aus Stein weit und breit. Von der Kirche aus, die wir leider nicht von innen bestaunen konnten, da wir irgendwie außerhalb der Hauptsaison hier waren, erreicht man die ehemalige Smelthytta und Reste von Grubenanlagen, die heute als Museum dienen.
So schnell, wie ich euch hier Røros beschrieben habe, ist man im Grunde auch durch gelaufen, aber es lohnt sich wirklich. Und man muss sich die Zeit nehmen, alles genau anzuschauen und die liebevoll dekorierten Geschäfte zu besuchen. Bei fünf Stunden Tageslicht und -15°C Außentemperatur ist die Zeit, die man draußen verbringen möchte eh ziemlich begrenzt. Ich zeig euch, wie immer, ein paar Fotos, damit ihr euch das ganze besser vorstellen könnt:
Schön, oder? Immer wenn es uns zu kalt wurde, sind wir nach drinnen geflüchtet und haben einen Kaffee getrunken und später dann auch was gegessen. Den Abend haben wir gemütlich mit Filmen, Bier und Chips auf dem Zimmer verbracht. Am nächsten Morgen gab es dann Frühstück im Hotel und danach sind wir gegen Mittag entspannt nochmal in die Stadt aufgebrochen, wo wir ein paar schöne Weihnachtsgeschenke erstanden, auf Grund des tollen Wetters noch einige tolle Fotos machen konnten und uns zum Schluss noch das Rørosmuseum in der alten Schmelzhütte anschauten.
Danach ging es mit dem Bus zurück nach Trondheim. Was ein schöner Ausflug.
Und da es morgen zu unserem wirklich allerletzten Ausflug, einer letzten Hüttentour, geht, muss ich jetzt mal schnell schlafen, sonst gibt das nichts. Man muss hier wirklich früh auftsehen, wenn man bei Tageslicht irgendwo ankommen will...Sonnenuntergang Morgen: 14.31h.
Gute Nacht!
Annika
So ein bisschen geht uns hier die Zeit aus für all die Dinge, die wir doch noch ach so gerne tun wollen und die sich bestimmt und unbedingt lohnen würden. Aus diesem Grund hat sich diese Woche der Klausurenstress (JAAAAAAAAAAAAA- endlich fertig!) in Freizeitstress verwandelt. Kaum war der letzte Satz auf das Klausurblatt geschrieben, packten wir also unsere sieben Sachen in unsere Rucksäcke und fuhren nach Røros. Wo das ist und was wir da wollten? Wussten wir auch nicht so genau. Wo es ist, ließ sich aber leicht raus finden. Røros liegt ca. 150km süd-östlich von Trondheim nahe der schwedischen Grenze und von Trondheim aus fährt ein Bus dorthin. Was wir da wollten, mussten wir erst noch rausfinden, aber mehrere Norweger hatten von der 5600 Einwohner Stadt, die übrigens die kälteste in ganz Norwegen ist, geschwärmt und uns einen Besuch dort ans Herz gelegt.
Früh morgens stiegen wir also in den Bus und gut 3 Stunden später waren wir da. Und ja, es war wirklich kalt. Sehr kalt. Angesagt waren -20°C, die wir wohl nicht ganz erreichten, aber es reichte auch so. :)
Nach der Ankunft brachten wir erstmal unser Gepäck ins Hotel, in dem wir uns aus Kostengründen zu fünft ein 4-Bettzimmer mit Schlafcouch teilten. Dann zogen wir so ungefähr jedes Kleidungsstück an, das wir in unseren Taschen fanden und stiefelten durch den Schnee los in die Stadt.
Natürlich hatten wir uns inzwischen längst informiert und wussten, dass Norwegens einzige Bergbaustadt aufgrund der wundervollen, farbenfrohen und alten Holzhäuser auf der UNESCO Weltkulturerbeliste (Verdensarvliste) steht und das zu Recht, wie wir nach kurzer Zeit festellen konnten.
Im Stadtkern von Røros gibt es zwei parallel verlaufende Straßen, die den Berg hinaufführen. Diese beiden Straßen sind von den oben erwähnten Holzhäusern gesäumt und wirklich wunderschön. In den Häusern befinden sich neben Wohnungen Geschäfte, Cafés, Restaurants und Gallerien. An vielen Stellen kann man in kleine Hinterhöfe hineingehen und Kunsthandwerk bestaunen oder einfach die Hinterhöfe selbst.
Oben auf dem Berg thront die Kirche von Røros. Ein imposantes Bauwerk und gefühlt das einzige aus Stein weit und breit. Von der Kirche aus, die wir leider nicht von innen bestaunen konnten, da wir irgendwie außerhalb der Hauptsaison hier waren, erreicht man die ehemalige Smelthytta und Reste von Grubenanlagen, die heute als Museum dienen.
So schnell, wie ich euch hier Røros beschrieben habe, ist man im Grunde auch durch gelaufen, aber es lohnt sich wirklich. Und man muss sich die Zeit nehmen, alles genau anzuschauen und die liebevoll dekorierten Geschäfte zu besuchen. Bei fünf Stunden Tageslicht und -15°C Außentemperatur ist die Zeit, die man draußen verbringen möchte eh ziemlich begrenzt. Ich zeig euch, wie immer, ein paar Fotos, damit ihr euch das ganze besser vorstellen könnt:
Schön, oder? Immer wenn es uns zu kalt wurde, sind wir nach drinnen geflüchtet und haben einen Kaffee getrunken und später dann auch was gegessen. Den Abend haben wir gemütlich mit Filmen, Bier und Chips auf dem Zimmer verbracht. Am nächsten Morgen gab es dann Frühstück im Hotel und danach sind wir gegen Mittag entspannt nochmal in die Stadt aufgebrochen, wo wir ein paar schöne Weihnachtsgeschenke erstanden, auf Grund des tollen Wetters noch einige tolle Fotos machen konnten und uns zum Schluss noch das Rørosmuseum in der alten Schmelzhütte anschauten.
Danach ging es mit dem Bus zurück nach Trondheim. Was ein schöner Ausflug.
Und da es morgen zu unserem wirklich allerletzten Ausflug, einer letzten Hüttentour, geht, muss ich jetzt mal schnell schlafen, sonst gibt das nichts. Man muss hier wirklich früh auftsehen, wenn man bei Tageslicht irgendwo ankommen will...Sonnenuntergang Morgen: 14.31h.
Gute Nacht!
Annika
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