Mittwoch, 24. Oktober 2012

Dies und das

Hallo meine Lieben!

Ich dachte mir, es ist mal wieder an der Zeit ein wenig aus dem herbstlichen Trondheim zu berichten. Nachdem der September mit Besuch geendet und der Oktober mit Besuch begonnen hat, wurde ich inzwischen vom Unialltag eingeholt. Mehrere Projekt-Deadlines, die noch in weiter Ferne schienen, kamen bedrohlich nahe, so dass ich vor allem in den letzten Tagen viel Zeit vorm Rechner verbracht habe.
So viel Stress ist es aber dann natürlich auch nicht, dass nicht noch genügend Zeit für alle möglichen sozialen Aktivitäten bleiben würde.

Von einem Highlight muss ich euch definitiv noch berichten: Unserer Hüttentour zur Fosenkoia. Eigentlich hatte ich vorher zwei Wochen Besuch und brauchte mal ein wenig Zeit für mich und eigentlich hatte ich sowieso genug für die Uni zu tun, aber uneigentlich ist so ein Cabin Trip schon ziemlich cool. Deswegen musste ich wohl oder übel mit. :)
Die Fosenkoia liegt auf der anderen Seite des Fjords nahe des Ortes Vanvikan. Da man sie auf Google Maps erkennen kann, hab ich sie für euch mal markiert: Fosenkoia
Um dorthin zu kommen, mussten wir zunächst mal mit den Schnellboot über den Fjord fahren. Die Überfahrt dauerte ca. 25 Minuten und bei herrlichem Wetter ließen wir uns an Deck die Sonne auf die Nase scheinen. Es war zwar recht kalt, aber gut eingepackt konnte man es schon aushalten. Zum ersten Mal konnten wir auch sehen, wie nah der Winter doch schon ist. Alle höheren Berge rings um Trondheim waren plötzlich weiß und strahlten im Sonnenlicht.
Von Vanvikan aus machten wir uns dann mit Karte und Kompass auf den Weg. Zu Anfang konnten wir noch einem Weg zu einer Farm folgen (und den haben wir schon nicht auf Anhieb gefunden), doch schon bald ging es wieder querfeldein. Immer dem Kompass nach. Der Weg und auch die Navigation war schon anspruchsvoll, vor allem weil wir plötzlich vor einer Steilwand standen, nach oben schauten und wussten: Ja, eigentlich sollten wir da oben sein. :) Aber so ein kleiner Berg macht uns ja nichts mehr aus und nachdem wir eine Weile am Felsen entlang gelaufen waren, fanden wir auch eine Stelle, an der sich der Aufstieg ohne größere Risiken meistern ließ.
Das hat uns allerdings ein wenig Zeit gekostet und so brauchten wir statt der angegebenen 1,5 bis 2 (norwegischen) Stunden, dann doch 4 bis wir den See und die Hütte erblicken konnten. Aber das man die angegebenen Zeiten nicht allzu ernst nehmen darf, haben wir ja inzwischen verstanden. Die Faustregel lautet: Wenn ein Norweger behauptet, er braucht für die Strecke 1 Stunde, dann braucht ein normaler Mensch mindestens 2. Der Norweger kommt dir also fröhlich joggend (mit Kinderwagen, selbstverständlich) entgegen, wenn du, völlig am Ende, nicht mal die Hälfte des Weges hinter dir hast. Egal! Wir sind angekommen, das zählt. Da wir auf Meereshöhe gestartet sind und die Hütte auf 425m liegt, haben wir auch einige Höhenmeter zurück gelegt. Wie viele genau würde mich bei dem ständigen auf und ab schon mal interesssieren.
Die Hütte war mal wieder herrlich. Nachdem wir Wasser geholt und den Ofen angeheizt hatten, machten wir uns an die Zubereitung des Abendessens und verbrachten einen gemütlichen Abend fernab der Zivilisation.
Der Sternenhimmel war traumhaft schön und so viele Sterne habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Neben der Milchstraße bekam ich auch eine Sternschnuppe zu Gesicht.
Da es draußen sternenklar aber saukalt war, entschieden wir uns eine Feuerwache einzurichten. So klingelte nachts alle 1,5h bis 2h für irgendjemanden der Wecker und es wurde Holz im Ofen nachgelegt. So schafften wir es warm durch die Nacht. Das das nötig war, zeigte sich am nächsten Morgen. Draußen war alles von einer Frostschicht überzogen und selbst Teile des Sees waren von dünnem Eis bedeckt.
Nach dem späten Frühstück machte sich die Hälfte der 8er Gruppe inklusive mir auf den Heimweg. Die 4 anderen wollten noch einen weiteren Tag bleiben. Ich entschied mich aber, zurück zu gehen und den zusätzlichen Tag zu nutzen, um für die Uni zu arbeiten und sonstige Sachen aufzuholen, die ich in den zwei ereignisreichen Wochen, in denen Kiki und Jannic hier waren, vernachlässigt habe.
Da wir dank perfekter Wegplanung (und ein bisschen Glück) nur knapp über 2 Stunden bis zur Fähre brauchten, waren wir schon am Nachmittag zurück in Trondheim und konnten den Tag bei einem gemeinsamen Abendessen und einem Film ruhig ausklingen lassen. Am besten ich zeige euch mal ein paar Fotos vom Ausflug zur Fosenkoia:
Da ist sie! Die Hütte!


Fosenkoia

Plumpsklo




Am Hafen in Vanvikan.

Ja, das war sicherlich das Highlight der letzten anderthalb Wochen, aber insgesamt ist hier ja immer was los.
Letzten Montag zum Beispiel hatte Tim Geburtstag und wir haben mit ein paar Freunden nachmittags lecker Waffeln gebacken und abends haben wir gegrillt. Es gab (ausnahmsweise mal) unsere geliebten pølser (nein, das sind keine Würstchen) und selbstgemachten Kartoffel- und Nudelsalat. Da es natürlich eigentlich zu kalt zum Grillen war, haben wir es uns dann nach dem Essen bei Tim in der WG gemütlich gemacht und mit ein paar Bier angestoßen. Ich denke wir haben das gut hinbekommen mit dem Geburtstag feiern!

Unter der Woche haben wir dann an unseren Projekten gearbeitet. Zumindest tagsüber. Gemeinsames Abendessen mit 4 bis 8 Leuten gehört hier ja schon dazu. Deswegen hab ich dann am Mittwoch großzügig meine Nürnberger Würstchen, die mir Kiki auf meinen eindringlichen Wunsch hin mitgebracht hat, geteilt und wir hatten ein typisch deutsches Abendessen: Nürnberger Rostbratwürstchen mit Kartoffelpüree, Sauerkraut und alternativ auch Rotkohl. Lecker!

Dieses Wochenende waren wir dann nochmal auf der Studenterhytta in der Bymarka und haben gemütlich am Kamin gesessen, Karten gespielt und waren zwischendurch in der Sauna. Gegen die Hütten, die wir sonst so besuchen, ist die bewirtete Studenterhytta, die in knapp 1,5h Stunden vom Bus zu Fuß zu erreichen ist, der pure Luxus. Wenn man wollte, könnte man sogar mit den Bus bis vor die Tür fahren. Aber dann hat man sich auch keine Sauna verdient. :) Wir sind über Nacht geblieben und am nächsten Morgen nach dem Frühstück zurück. Eine Besonderheit in der Studenterhytta ist, dass man unzählige verschiedene Biersorten bekommt und trotz des stolzen Preises von 55NOK musste es für Jan ein deutsches Weizen sein, wie das nachfolgende Foto beweist:





Ach Leute, es gibt so viel zu erzählen, aber ich muss ja auch noch was haben, wenn ich in weniger als 9 Wochen wieder bei euch bin. Kinder, wie die Zeit vergeht!
Genießt die letzten schönen Tage bei euch und bleibt gesund! Hier soll es ab Donnerstag auch in tieferen Lagen das erste Mal schneien. Wir sind schon sehr gespannt und freuen uns riesig darauf. Wenn es soweit ist, melde ich mich wieder.

Klem fra Annika!





Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen