Da bin ich schon wieder. Aber ich habe gerade tatsächlich mal ein bisschen Zeit und möchte diese gerne nutzen, um meine letzen 3 Wochen ein wenig zusammenzufassen. Der Sprachkurs war einfach großartig und das ich noch nachgerückt bin und teilnehmen durfte, war sicherlich das Beste, was mir passieren konnte. Wir haben einfach soooo viele tolle Sachen gemacht in den drei Wochen, ich habe so viele neue Leute kennengelernt und viele Freunde gefunden und natürlich eine ganze Menge Norwegisch gelernt. Allein für den Sprachkurs hat es sich schon gelohnt hierher zu kommen, ich hoffe aber natürlich, dass noch viel mehr tolles hinzukommt in den nächsten Monaten.
Manche Sachen habe ich ja schon erzählt und alles kann ich nicht erzählen, das würde den Rahmen sprengen, deswegen werde ich mich einfach ein bisschen an den Bildern orientieren, die ich bei den verschiedenen Gelegenheiten gemacht habe.
Ich habe bestimmt Tausende von Bildern, wenn ich wieder nach Hause komme :) Aber es ist einfach alles so schön hier. Und wir hatten ja auch die ganze letzte Woche schönes Wetter. Heute hat es leider geregnet. Zumindest so bis 14 Uhr. Tim und ich waren aber zum Frühstück eingeladen und wie bei uns fahren Busse am Sonntag sehr selten bis nie. Deswegen haben wir uns unsere Regenjacken geschnappt und sind 35 Minuten durch den strömenden Regen marschiert. Ziemlich unnorwegisch, muss ich leider zugeben, hatte ich auch noch einen Regenschirm. Ja, ich schäme mich dafür, aber das war ja auch mein erster richtiger Regen in Norwegen. Ich werde mich bessern. :) Jetzt aber los mit meiner Fotostory:
Rosenborg
Eines schönen Donnerstags begab es sich, dass Norwegens bester Fußballklub Rosenborg Trondheim in der Europaleague-Quali gegen das Schweizer Spitzenteam Servette Genf antreten musste. Mit freundlicher Unterstützung des Sommerkurses, konnten wir das Spiel für gerade einmal 50 Kronen anschauen. Die Gelegenheit ließen wir uns nicht entgehen. Neben dem Spiel gab es noch wichtige organisatorische Dinge zu klären: Wohin mit dem Bier? Ihr, die ihr in Deutschland sitzt, den Kasten Bier für nen 10ner im Keller stehen habt und für die Fußball und Bier unweigerlich zusammengehören, könnt euch vielleicht nicht vorstellen, was es da zu planen gibt, aber hier mal die Fakten:
- Kein Bier im Fußballstadion.
- Kein Bier in der Öffentlichkeit.
- Kein Bier im Supermarkt nach 20 Uhr (Samstag: 18 Uhr).
- Billigstes Bier im Supermarkt: ca. 20 Kronen für die 0,5 Liter Dose.
Das Hinspiel war 1:1 ausgegangen. Es war also noch alles offen mit leichtem Vorteil für Rosenborg. Wer jetzt allerdings einen offenen Schlagabtausch erwartet hatte, der wurde wohl enttäuscht. Das Spiel war vermutlich das langweiligste, dass ich in meinem ganzen Leben gesehen habe und das Niveau lag irgendwo zwischen Kreis- und Bezirksliga. Aber die beiden Teams hatten wohl einfach einen schlechten Tag. Na ja, überflüssig zu erwähnen, dass das Spiel 0:0 ausgegangen ist. Wir konnten also wenigsten frenetisch den Einzug Rosenborgs in die nächste Runde feiern. Spaß gemacht hat es trotzdem und ein Spiel von Rosenborg wollte ich mir ohnehin anschauen. Hier ein paar Eindrücke aus dem spärlich gefüllten Stadion:
Danach verbrachten wir noch einen schönen Abend im Gossip Club. Donnerstags ist der Eintritt dort frei und wenn man die 21 Kronen für die Gaderobe ignoriert und sich mit einem Getränk zufrieden gibt (Bier kostet glaube ich 29 Kronen, was durchaus in Ordnung ist), kann man einen schönen Partyabend dort verbringen.
Bymarka
Erinnert ihr euch ans Viking Hiking? Letzte Woche Montag waren wir erneut in Bymarka. Da kann man einfach super toll wandern und baden und picknicken und und und. Für uns stand an dem Tag wandern auf dem Programm. Im Infoheft las es sich allerdings eher wie eine lockere Wanderung mit anschließendem relaxen und schwimmen im See. Trotzdem entschied ich mich, wohl weiblicher Intuition folgend, für meine Wanderschuhe. Das Wetter war traumhaft, wie ihr gleich auf den Fotos sehen könnt. Dennoch machte der "Weg" den Eindruck von mindestens 4 Wochen Dauerregen. Immer wenn ich in den folgenden Sätzen von Weg spreche, meine ich das, was wir als Weg benutzt haben. Einen Weg gab es nämlich tatsächlich nicht, nichtmal einen Pfad. Dafür aber viel Matsche und Sumpf.
Aus der lockeren Tour wurde leider auch nichts. Stattdessen wanderten wir zum höchsten Punkt in Trondheim und schon der Aufstieg war für ungeübte Wanderer wie mich nicht ohne. Aber der Ausblick entschädigte für alles. Es war wirklich wunderschön! Veldig hyggelig!
Laut Plan sollten wir so gegen 20 Uhr die Straßenbahn zurück in die Stadt nehmen. In diesem Zeitplan war auch das Liegen am See inbegriffen. Der Abstieg zog sich aber ziemlich in die Länge und war auch nicht wirklich leicht. Häufig musste man auf Äste aufpassen, versuchen nicht zu tief im Schlamm zu versinken oder einfach nur versuchen nicht den ganzen Hang aufeinmal hinunter zu rutschen. Es war schon abenteuerlich, aber wirklich cool. In den Pausen, die wir machten, damit der Rest der Gruppe aufschließen konnte, pflückten und aßen wir fleißig Blaubeeren. Und auch ein paar Moltebeeren fanden den Weg in unseren Mund. LECKER! Erst gegen 22 Uhr erreichten wir die Bahnstation und zwar ohne Schwimmen oder Relaxen. Dann dauerte es nochmal eine Stude, bis wir völlig erschöpft, hungrig, aber glücklich wieder zu Hause waren. Meinen Aufsatz für den nächsten Tag konnte ich nicht mehr fertig schreiben, so müde war ich, aber es hat sich richtig gelohnt, wie ihr auf den Fotos sehen könnt:
Gestern und Heute
Gestern habe ich dann meine erste Prüfung in Norwegen abgelegt und die Norwegischklausur geschrieben. Das lief wirklich ganz gut. Wir hatten 3 Stunden Zeit, die haben aber die wenigsten tatsächlich gebraucht. Ich war nach 2 Stunden fertig und hatte mir dafür schon wirklich viel Zeit gelassen und meinen Text sogar vorgeschrieben. Ich bin mal auf das Ergebnis gespannt. Schade, dass der Kurs jetzt schon vorbei ist. Jetzt muss ich alleine schauen, dass ich irgendwie das Gelernte noch festige und anwende, damit ich in zwei Wochen nicht alles vergessen habe.
Nach der Prüfung haben wir dann ein paar E-Mails geschrieben, unsere Stundenpläne erstellt und ein bisschen relaxt. Um 18.30h haben wir uns dann an der Uni getroffen. Da gabs ein Team-Building-Event für alle internationalen Studierenden. Danach war ein bisschen Programm im Studentersamfundet Gebäude. Das ist das Gebäude, in dem bis vor 1 Woche noch mein Hostel untergebracht war. Eigentlich finden da nämlich Parties und anderes Programm statt, das von der Studentenvereinigung organisiert wird. Dafür ist das Gebäude wohl auch besser geeignet :) Anschließend war Party angesagt. Zum Abschluss des Sommerkurses und zum Einläuten des Semesters. Es war ein sehr schöner Abend insgesamt. Zum Glück gab es aber ein Freibier, denn ein Bier sollte doch tatsächlich 56 Kronen kosten. Auf einer Studentenparty!!!
Heute waren wir, wie oben schon erwähnt, bei einer Freundin zum späten Frühstück eingeladen. Es gab Blaubeermuffins mit den Blaubeeren, die wir in Bymarka gepflückt hatten und ganz viel Schokoobst. Aber seht selbst:
Und weil das noch nicht genug zu essen war, bin ich heute abend noch mit den Leuten aus meiner Norskkurs Gruppe Pizzaessen gewesen. Und zwar hier:
Oben ist ein Restaurant von einer Kette, die sich EGON nennt. Und dort kann man an mehreren Tagen die Woche für norwegisch-günstige 104 Kronen Pizza "all-you-can-eat" essen. Wenn man dann auf die Cola für 52 Kronen verzichtet und eisgekühltes Kranwasser trinkt, dann kann man da wirklich nichts gegen sagen. Und die Pizza war richtig lecker:
Und den Ausblick gabs gratis:
Und jetzt ist das Wochenende vorbei, der Tag vorbei und ich habe viel zu lange geschrieben. Aber ich habe euch immerhin halbwegs auf den aktuellen Stand gebracht, obwohl ich immer noch sooo viel zu berichten wüsste. Aber die nächsten Wochen werden ja jetzt vielleicht ruhiger, wenn die Uni anfängt und vielleicht ein bisschen Alltag einkehrt... Aber wenn ich mir meinen Tagesplan für morgen so angucke...
10-12 Uni, Vorlesung
14-16 Infoveranstaltung Informatik Fakultät
18 Uhr Kostenlose Führung Nidarosdom
22 Uhr Basementparty
23 Uhr After-Party/Geburtstagsparty
In diesem Sinne, gute Nacht und bis demnächst mal!
Hab euch lieb!
Annika
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen